Westdeutsche Zeitung: Griechenland verprellt die Troika der Geldgeber Ein Kommentar von Ingo Faust

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Den Griechen wird es nicht gelingen, ihre
Finanzkatastrophe in den Griff zu bekommen – sie gleicht der
Quadratur des Kreises. Diese Aufgabe konnte schon der griechische
Mathematiker Archimedes nicht bewältigen, denn sie ist unlösbar.

Aber Annäherungen sind möglich. Diese hat Athen zunächst jedoch
unmöglich gemacht, indem sie die zu Hilfe geeilte Troika aus
Europäischer Kommission, Internationalem Währungsfonds und
Europäischer Zentralbank verprellt hat.

Dass die Experten der Troika verärgert ihre Koffer gepackt haben
und abgereist sind, ist verständlich und richtig. Das zweite große
Hilfspaket für Athen ist damit in weitere Ferne gerückt, denn derzeit
geht es noch um acht Milliarden Euro aus der ersten Hilfszusage über
110 Milliarden Euro.

Die Griechen haben trotz mehrfacher Ermahnung ihre Hausaufgaben
nicht gemacht. Es gebe weder eine Liste für die zu privatisierenden
Firmen noch reduzierte Gehaltstabellen für den ausgeuferten
Beamtenapparat. Auch die angekündigten Steuerpläne seien noch nicht
ausgearbeitet, hört man im Umfeld der Troika. Damit sollte
Griechenland 50 Milliarden Euro einsparen. Somit ist klar: Ohne die
bereits geflossenen Milliarden wäre Griechenland längst pleite.

Das Land der Götter muss also in den kommenden zwei Wochen
nachsitzen. Dann wollen die Troika-Fachleute aber fertige Pläne für
ein hartes Sparprogramm sehen. Mit luftigen Versprechungen werden sie
sich aber nicht mehr abspeisen lassen. Denn nicht zuletzt die
deutschen Steuerzahler wollen wissen, wohin ihr Geld fließt. Und
daran gibt es keine Zweifel: Könnten diese selbst entscheiden, bekäme
Athen keinen Cent.

In die Krise haben sich die Griechen selbst hinein manövriert. Mit
gefälschten Zahlen sind sie in die Eurozone gekommen und haben danach
gelebt wie „die Made im Speck“. Eigentlich wäre eine Umschuldung und
die Rückkehr zur Drachme angebracht. Stattdessen wird – wie immer,
wenn Politik auf Wirtschaft trifft – versucht, die immer größeren
Finanzlöcher von außen zu stopfen. Angesichts der Tatsache, dass die
Wirtschaft am Boden liegt und kaum Hoffnung auf einen
Mentalitätswandel in der Bevölkerung besteht, ist dies ein
hoffnungsloses Unterfangen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de

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