WESTFALEN-BLATT (Bielefeld): Kommentar zum auf Eis gelegten Lieferkettengesetz

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Schlechte Nachricht für das Mädchen, das in Südindien zur
Arbeit gezwungen wird. Schlecht für die Näherin in Bangladesch, die der
Arbeitgeber sexuell misshandelt. Und schlecht für den Gewerkschafter, der in
Brasilien in Haft ist: Die Bundesregierung hat das geplante Lieferkettengesetz
verschoben.

Es gibt nach Einschätzung der Koalition in Berlin derzeit Wichtigeres. Aber
werden die Maßnahmen gegen das Coronavirus wirklich besser, wenn sich alle nur
noch um das eine Thema kümmern?

Noch besteht Hoffnung, dass das Lieferkettengesetz spätestens im April doch auf
den Kabinettstisch kommt. Alles andere wäre eine schlechte Nachricht auch für
deutsche Unternehmen und ihre Lieferanten, die sich an die Gesetze halten und
dadurch im Wettbewerb mit schwarzen Schafen benachteiligt sind.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Bernhard Hertlein
Telefon: 0521 585-261
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