Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Putin

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Gern möchte man hoffen, dass Russlands Diktator
Wladimir Putin – möglicherweise beflügelt vom Marketing-Erfolg des
Formel 1-Rennens in Sotchi – seine aggressive Politik ändern möchte.
Der Rückzug russischer Soldaten von der Grenze zur Ukraine könnte von
mutigen Kreml-Astrologen so gedeutet werden. Dafür spricht, dass die
wirtschaftliche Seite des Konflikts die russische Bevölkerung viel
mehr trifft als Westeuropa. Selbst die Aussicht, dass Russland den
Gashahn abdreht, hat im Westen keine Panik ausgelöst. Da mag die
Ikone Putin in den Moskauer Medien noch so glänzen: Wenn der
Niedergang der russischen Wirtschaft, Infrastruktur und Währung so
weitergeht, wird die Bevölkerung über kurz oder lang verstehen, dass
es sich um Falschgold handelt. Putin glänzt nur noch, weil er jede
Opposition mit Macht im Keim erstickt. Das aktuelle Verbot der
Menschenrechtsorganisation »Memorial« ist ein Skandal. Zwar ist es
ein gutes Zeichen, wenn russische Soldaten von der ukrainischen
Grenze abrücken. Eine wirkliche Wende wäre es aber erst, wenn sie
auch das ukrainische Territorium einschließlich der Krim verließen.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

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