Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Skandal um Chefausbilder des Heeres

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Die Bundeswehr versteht sich als eine moderne
Armee – ihr Leitbild ist der Bürger in Uniform, ausgestattet mit
demokratischen Rechten und Pflichten. Unmenschlicher Drill oder
sexuell-sadistische Praktiken in der Truppe konterkarieren diesen
Anspruch, zumal wenn es sich nicht um Einzelfälle, sondern eine
Abfolge von Taten handelt.

Wer Menschenwürde und Recht im Schutz der Kasernenmauern mit
Stiefeln tritt, muss mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt und
aus der Truppe ausgeschlossen werden. Schon die Fürsorgepflicht
gebietet es Vorgesetzten, solche Vorgänge aufzudecken und Strukturen
zu schaffen, die geeignet sind, eine Wiederholung auszuschließen.

Generalmajor Spindlers Ausbildungskommando hat das nicht mit dem
nötigen Nachdruck getan. Jetzt muss der Offizier die Konsequenzen
tragen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat richtig
gehandelt, muss sich aber fragen lassen, warum sie soviel Geduld
bewiesen hat. Das Signal in die Truppe kann nur lauten: In dieser
Armee ist für Schleifer kein Platz, und auch nicht für Soldaten, die
ihnen Raum geben.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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