Westfalen-Blatt: zum Kölner Stadtarchiv

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Der Eindruck, dass nach maßgeblich von Politik
und Behörden verursachten Katastrophen mit Todesopfern die falschen
Personen auf der Anklagebank sitzen, trügt nicht. Ob Loveparade in
Essen oder Stadtarchiv in Köln: Die Prozesse dauern viel zu lang oder
beginnen viel zu spät – und sie machen Leute zu Beschuldigten, die
auf Anweisung ihrer amtlich Vorgesetzten gehandelt haben. Bürokratie
schafft so viele Zuständigkeiten, dass am Ende niemand verantwortlich
ist. Schon gar nicht Politiker oder politische Beamte. Dabei wird man
das Gefühl nicht los, dass das genau so gewollt und der Wille zu
Ermittlung und Aufklärung nicht besonders ausgeprägt ist. Bei
normalem Verstand ist ja nicht erklärbar, dass das Kölner Landgericht
nach dem Unglück vom 3. März 2009 beinahe in Zeitnot geraten wäre und
die zehnjährige Verjährungsfrist gerissen hätte. Gleiches gilt für
den laufenden Loveparade-Prozess: Das Unglück passierte am 24. Juli
2010, der Strafprozess hat erst Ende 2017 begonnen. Die wirklich
Verantwortlichen werden gewiss nicht verurteilt.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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