Westfalenpost: Der Wert der Arbeit

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Bislang hat noch jede technische Umwälzung
mittelfristig mehr Arbeitsplätze geschaffen, als sie anfangs
vernichtet hat. Weil dies für die digitale Revolution unsicher ist,
wird die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, ursprünglich ein
Projekt linker Utopisten, auch bei Konservativen und Wirtschaft
diskutiert. Die Gewerkschaften sind schon aus Eigeninteresse dagegen;
die Finanzierungsfrage lässt das Konzept allerdings ohnehin
unrealistisch erscheinen. Doch die Probleme drängen: Millionen Jobs
bei Versicherungen, Banken und Anwaltsbüros, als Kraftfahrer oder im
Handwerk (Bäcker) werden eher früher als später durch Apps und
autonome Systeme ersetzt werden. Neu entstehen bislang wenige Stellen
für gut bezahlte Datenexperten und viele im Niedriglohnsektor. Diese
Spaltung gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft; die Angst davor
ist deutlich spürbar. Dagegen helfen können Bildung und
Weiterbildung. Aber das reicht nicht. Wir müssen Arbeit neu bewerten:
Bislang werden technische Berufe deutlich besser bezahlt (also: höher
geschätzt) als die, bei denen es um menschliche Zuwendung geht, etwa
in der Pflege. Der Dienst an der Gemeinschaft muss künftig besser
belohnt werden. Darüber reden die vielen Digitalisierer der neuen
Bundesregierung zu wenig.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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