ZDF-Politbarometer März I 2013 / SPD verliert deutlich – Steinbrück mit persönlichem Tiefstwert / Deutsche wollen als nächsten Papst einen Modernisierer (BILD)

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Politbarometer-Projektion: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl
wäre, käme die CDU/CSU auf 41 Prozent (plus 1), die SPD würde zwei
Punkte verlieren und käme nur noch auf 28 Prozent. Die Grünen blieben
konstant bei 14 Prozent ebenso wie die FDP bei 4 Prozent. Die Linke
könnte sich auf 7 Prozent (plus 1) verbessern. Die sonstigen Parteien
(inklusive der Piraten) erreichten zusammen 6 Prozent (unverändert).
Neben einer großen Koalition hätte damit nur eine Koalition aus
CDU/CSU und Grünen oder aus SPD, Grünen und Linke eine Mehrheit.

K-Frage: Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl
im September lieber als Kanzler/in hätten, liegt Angela Merkel
weiterhin sehr deutlich vor dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer
Steinbrück: Unverändert wünschen sich 62 Prozent Merkel und nur 27
Prozent (Feb.: 28 Prozent) Steinbrück, 11 Prozent äußern sich nicht
(Feb.: 10 Prozent). Unverändert stark ist der Rückhalt Merkels bei
den CDU/CSU-Anhängern (96 Prozent), von den SPD-Anhängern sprechen
sich 67 Prozent und von den Grünen-Anhängern nur 46 Prozent für
Steinbrück aus.

Steinbrück: Steinbrücks Clown-Äußerungen über italienische
Spitzenpolitiker, die 71 Prozent der Befragten nicht passend für
einen Kanzlerkandidaten finden (gut: 26 Prozent), haben die Frage
wieder aufgeworfen, ob er der geeignete Kandidat ist: Jetzt sagen nur
noch 31 Prozent (Jan.: 35 Prozent) aller Befragten, dass Peer
Steinbrück der richtige SPD-Kanzlerkandidat ist (nicht der richtige:
55 Prozent; Jan.: 48 Prozent). Lediglich bei den Anhängern der SPD
gibt es eine Mehrheit von 54 Prozent, die ihn für den richtigen
Kandidaten hält, bei den Anhängern der Grünen sind es nur 32 Prozent.

Top Ten: Die meisten der aktuell zehn wichtigsten Politikerinnen
und Politiker werden ein weiteres Mal schlechter bewertet als
zuletzt. Weiter wird die Top Ten von Bundeskanzlerin Angela Merkel
angeführt, die jetzt auf einen Durchschnittswert von 2,2 (Feb.: 2,1)
auf der Skala von +5 bis -5 kommt. Auf Platz zwei liegt Wolfgang
Schäuble mit 1,4 (Feb.: 1,3). Danach folgen Frank-Walter Steinmeier
mit 0,9 (Feb.: 1,0), Ursula von der Leyen mit 0,7 (Feb.: 0,8), Horst
Seehofer mit 0,4 (Feb.: 0,2) und Sigmar Gabriel mit 0,3 (Feb.: 0,5).
Jürgen Trittin erhält einen Wert von 0,2 (Feb.: 0,4). Peer Steinbrück
verliert deutlich und kommt mit nur noch 0,0 (Feb.: 0,4) auf den
schlechtesten Wert, der bisher für ihn im Politbarometer gemessen
wurde. Im Negativbereich bleiben Guido Westerwelle mit minus 0,5
(Feb.: minus 0,4) und Philipp Rösler mit minus 1,1 (Feb.: minus 0,9).

FDP-Spitzenkandidat: Rainer Brüderle soll die FDP als
Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf führen. Inzwischen glauben
aber nur noch 25 Prozent, dass er für das Abschneiden der FDP bei der
Bundestagswahl einen positiven Beitrag leisten kann. Im Januar waren
noch 36 Prozent dieser Meinung. Die meisten (45 Prozent; Jan.: 36
Prozent) meinen, dass sich seine Nominierung weder positiv noch
negativ für die FDP auswirken wird, 20 Prozent (Jan.: 17 Prozent)
erwarten eher einen negativen Effekt (weiß nicht: 10 Prozent; Jan.:
11 Prozent). Ganz wenig wird inzwischen Philipp Rösler zugetraut:
Dass er die FDP als Parteivorsitzender erfolgreich in die Zukunft
führen wird, glauben nur noch 14 Prozent, 78 Prozent hingegen
erwarten das nicht (weiß nicht: 8 Prozent).

Managerbezüge: 93 Prozent aller Befragten sind der Meinung, dass
in Deutschland die Gehälter der Manager großer Unternehmen und Banken
zu hoch sind, 5 Prozent halten sie für angemessen, und praktisch
niemand (0 Prozent) findet sie zu niedrig (weiß nicht: 2 Prozent).
Eine sehr deutliche Mehrheit (78 Prozent) hielte es für richtig, wenn
es künftig gesetzliche Obergrenzen bei Gehältern und Zusatzleistungen
für Manager großer Unternehmen und Banken geben würde. Lediglich 21
Prozent sprechen sich dagegen aus (weiß nicht: 1 Prozent).

Papst: Wenn es um den zukünftigen Papst geht, dann wollen 74
Prozent eher einen Modernisierer, und nur 7 Prozent sprechen sich für
einen Papst aus, der stärker an den traditionellen Grundsätzen
festhält (egal: 19 Prozent). Dass der nächste Papst aus Europa kommt,
fänden 10 Prozent gut, 17 Prozent plädieren für einen Nicht-Europäer
und 73 Prozent ist das egal.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 5. bis 7. März 2013 bei 1345 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ
für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich
beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei
Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei
Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 46 Prozent,
SPD: 26 Prozent, FDP: 3 Prozent, Linke: 6 Prozent, Grüne: 14 Prozent.
Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 22. März 2013.

Fotos sind erhältlich über die ZDF-Pressestelle, Telefon: 06131 –
70-16100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/politbarometer

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: +49-6131-70-12121
Telefon: +49-6131-70-12120

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