Zeitumstellung: Keine Mehrheit für die Sommerzeit (FOTO)

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Entgegen der Annahmen der Bundesregierung und der EU-Studie zur
Zeitumstellung wünschen sich die Deutschen keinesfalls mehrheitlich
die Einführung einer dauerhaften Sommerzeit. Zu diesem Ergebnis kommt
eine repräsentative Umfrage der Initiative Markt- und
Sozialforschung, die von YouGov durchgeführt wurde.

Die Zeitumstellung, 1980 in Deutschland aus Gründen der
Energieeinsparung eingeführt, soll laut Plänen der EU-Kommission im
kommenden Jahr abgeschafft werden. „Die Menschen wollen das, wir
machen das“, sagte Kommissionspräsident Junker im ZDF. Er begründete
diese Entscheidung mit einer EU-Umfrage, in der sich eine
überwältigende Mehrheit der über 4 Millionen Teilnehmer für die
Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hatte. Zweifelsfrei ist
die Umstellung der Uhr seit ihrer Einführung mindestens umstritten.
Doch die Umfrage der EU lediglich lässt lediglich ein Stimmungsbild,
aber keinen Rückschluss auf die tatsächlichen Meinungsverhältnisse
zu, denn sie ist alles andere als repräsentativ.

Die deutsche Bundesregierung scheint den Ergebnissen der
EU-Umfrage folgen zu wollen. So erklärte der zuständige Minister
Peter Altmaier: „Wir haben in Deutschland eine große Mehrheit an
Einsendungen festgestellt, dass es die Sommerzeit geben soll. Der
Vorschlag ist gut und so sollte er umgesetzt werden.“ Auch der
Bundesrat signalisierte seine Zustimmung.

Doch ist dem wirklich so? Eine repräsentative Umfrage der
Initiative Markt- und Sozialforschung lässt einen anderen Schluss zu.
Denn nicht nur die zweifelsohne fehlende Repräsentativität, auch die
Fragestellung der EU-Umfrage birgt Probleme: Die Bezeichnung
„Sommerzeit“ scheint übermäßig positiv und „Winterzeit“ eher negativ
belegt zu sein.

Die EU-Umfrage fragt unter anderem ab, ob die Menschen die
„Beibehaltung der derzeitigen EU-Regelung mit Zeitumstellung zwischen
Sommerzeit und Winterzeit für alle EU-Mitgliedstaaten“ oder die
„Abschaffung der Zeitumstellung für alle EU-Mitgliedstaaten“
befürworten. Zudem wird gefragt, ob sie im Falle einer Abschaffung
die Einführung von „ständige[r] Sommerzeit (Uhren werden gegenüber
der Winterzeit um eine Stunde vorgestellt)“ oder „ständige[r]
Winterzeit“ befürworten würden. Die EU-Umfrage kommt bei dieser
Formulierung zu einer Zustimmungsrate für die Sommerzeit von 55%,
während 37% sich lieber eine dauerhafte Winterzeit wünschen.

Ein deutlich knapperes Ergebnis zeigt sich, wenn der Befragung
eine repräsentative Stichprobe zugrunde liegt. Zwar sprechen sich
immer noch mehr Menschen für die Sommerzeit als für die Winterzeit
aus, doch schmilzt dieser Vorsprung dahin auf unter 50% (41% für
Sommer vs. 32% für Winter). Und sobald die Begriffe „Sommer“ sowie
„Winter“ durch die Begriffe „Normalzeit“ sowie „Normalzeit mit
Vorstellung um eine Stunde“ ersetzt werden, ergibt sich endgültig ein
anderes Bild: es votieren 62 Prozent der Bürger für die „Normal-“
also die Winterzeit und nur noch 16 Prozent für die „Normalzeit mit
Vorstellung um eine Stunde“.

Offensichtlich ruft allein die Nutzung der Begriffe Sommer (Sonne,
Wärme, Schwimmbad, …) und Winter (Dunkelheit, Kälte, …) positive
bzw. negative Assoziationen hervor. Die Menschen wünschen sich
mehrheitlich dauerhaft Sommer, ob sie sich mehrheitlich die
Einführung einer dauerhaften Sommerzeit wünschen, ist mindestens
zweifelhaft. Die Politik sollte die Ergebnisse der EU-Umfrage also
nicht nur aufgrund der fehlenden Repräsentativität mit Bedacht
verwenden.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov
Deutschland GmbH, an der 1153 Personen zwischen dem 21.09.2018 und
25.09.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind
repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über die IMSF

Ziel der Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. ist es, die
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