10.000-facher Appell an die Politik: Kassen blockieren zukunftssichere Finanzierung der Pflege

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Nach anhaltender Verweigerung der Kassen weiten ambulante Pflegedienste in Niedersachsen ihre Proteste aus

Rund 10.000 Protestpostkarten und Murmeln sowie mehr als 50 Posts in sozialen Netzwerken mit einer bisherigen Reichweite von insgesamt über 80.000 Personen als Zeichen der Kritik an einer nicht zukunftsfesten Finanzierung der ambulanten Pflege in Niedersachsen haben in den letzten Tagen den Verband der Ersatzkassen erreicht. Dort wurde stellvertretend für alle Kranken- und Pflegekassen in Niedersachsen der Protest zahlreicher ambulanter Pflegedienste im Land sichtbar. Unter dem Titel „Pflegedienste sind kein Spielzeug“ hatte der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) die Aktion ins Leben gerufen.

„Vor rund zwei Jahren haben sich die Pflege- und Krankenkassen gegenüber der Landesregierung und den Pflegeverbänden zur Vereinbarung eines transparenten Vergütungssystems verpflichtet. Trotzdem verweigern sich die Kassen nach wie vor konstruktiven Gesprächen über eine zukunftssichere Finanzierung der ambulanten Pflege. Deshalb weiten wir unseren Protest jetzt aus“, sagt die bpa-Landesvorsitzende Ricarda Hasch. Dabei geht es vor allem um die Refinanzierung höherer Löhne für die Pflegenden in Niedersachsen. „Wir bieten unseren Mitarbeitenden attraktive Gehälter für ihre gute Arbeit. Wir erwarten daher, dass die Kassen ihren Beitrag dazu leisten.“ Die Kassen weigerten sich in den Verhandlungen jedoch nach wie vor, steigende Personalkosten sowie Pflege- und Wegezeiten in voller Höhe zu erstatten.

In der Konzertierten Aktion Pflege (KAP.NI) habe es eine klare Vereinbarung für die Einführung eines fairen Berechnungsmodells gegeben. „Was die Kassenvertreter damals der Landesregierung versprochen haben, haben sie anschließend in den konkreten Verhandlungen gebrochen“, so Hasch. Damit seien nicht nur die Pflegedienste, sondern auch die Politik ausgetrickst worden.

„Wenn es keine zeitnahe Einigung gibt, mit der Pflegedienste ihre Beschäftigten bezahlen und ihre Unternehmen zukunftssicher führen können, dann ist die Versorgung von Pflegebedürftigen in Niedersachsen enorm gefährdet“, warnt die bpa-Landesvorsitzende. Pflegebedürftige würden kaum noch einen ambulanten Dienst finden, der für die niedrigen Anfahrtspauschalen zu ihnen kommt. Auch die eben beschlossenen höheren Löhne für 27.000 Beschäftigte in der Pflege gerieten ins Wackeln.

„Jetzt ist die Politik gefragt. Landtag und Landesregierung haben nach der gutklingenden Einigung in der KAP.NI nun zwei Jahre lang tatenlos zugeschaut. Wir erwarten, dass die Beschlüsse der KAP.NI auch in der Realität umgesetzt werden“, so Hasch. Am 14. September demonstrieren die Pflegeunternehmer mit ihren Dienstfahrzeugen und ihre Beschäftigten deshalb vor dem niedersächsischen Landtag.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 12.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 1.500 in Niedersachsen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind systemrelevanter Teil der Daseinsvorsorge. Als gutes Beispiel für Public-private-Partnership tragen die Mitglieder des bpa die Verantwortung für rund 365.000 Arbeitsplätze und circa 27.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die soziale Infrastruktur liegen bei etwa 29 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Carsten Adenäuer, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 0511/12 35 13 40 oder 0162/132 16 78, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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