Der Pflegeausbildung in Hamburg werden Steine in den Weg gelegt / bpa kritisiert: Neue Verordnung ignoriert Bundesgesetz und verhindert Pflegeausbildung

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Mit einer neuen Verordnung über die Durchführung der praktischen Pflegeausbildung will die Sozialbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe erhöhen und kleinen Pflegediensten und Einrichtungen die Ausbildung verwehren. „Händeringend werden Pflegefachkräfte gesucht, über breit angelegte Kampagnen wird um Auszubildende geworben und gleichzeitig werden in Hamburg kleine Pflegeeinrichtungen an der Ausbildung gehindert,“ warnt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) „Im gesamten Bundesgebiet reicht ein Praxisanleiter als Mindestvoraussetzung für die Ausbildung. In Hamburg hingegen sollen in jedem Betrieb zukünftig mindestens zwei Praxisanleiter für die angehenden Pflegefachkräfte vorgehalten werden. Wir brauchen dringend mehr Pflegende, aber die müssen auch ausgebildet werden. Dafür brauchen wir jedes Unternehmen, das ausbilden will und kann“, sagt der Hamburger bpa-Landesvorsitzende Frank Wagner.

Im Pflegeberufegesetz ist bundesweit geregelt, dass jeder Ausbildungsbetrieb zehn Prozent der Ausbildungszeit seiner Schülerinnen und Schüler durch Praxisanleiter begleiten lassen muss. Diese speziell weitergebildeten Pflegefachkräfte sind auch in Hamburg deshalb sehr gefragt. Die Sozialbehörde geht nun ohne sachlichen Grund und ohne eigene Zuständigkeit über diese Anforderung hinaus und erschwert es Pflegediensten und Heimen, in die Ausbildung einzusteigen.

„Für die geplante Vorgabe von mindestens zwei Praxisanleitern je Träger der praktischen Ausbildung, unabhängig von der Größe, gibt es keine sinnvolle Begründung“, sagt Frank Wagner. Die Kräfte seien in Hamburg in dieser Zahl vermutlich überhaupt nicht vorhanden. Auch in der Verordnung vorgesehene mögliche Kooperationen könnten daran wenig ändern. „Der Plan stellt zusätzliche Hürden für neue und auch bestehende Ausbildungsbetriebe auf.“

Der ohnehin schon schleppende Start der generalistischen Pflegeausbildung werde damit weiter gebremst, so Wagner. Waren es im letzten Ausbildungsjahr vor Start der neuen Ausbildung noch 536 Frauen und Männer, die eine Ausbildung zur Pflegefachkraft starteten, fiel diese Zahl im Jahr 2020 bereits auf 510. Er befürchte, dass sich dieser Trend weiter bestätige, erklärt der bpa-Landesvorsitzende.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 12.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 400 in Hamburg) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind systemrelevanter Teil der Daseinsvorsorge. Als gutes Beispiel für Public-private-Partnership tragen die Mitglieder des bpa die Verantwortung für rund 365.000 Arbeitsplätze und circa 27.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die Investitionen in die soziale Infrastruktur liegen bei etwa 29 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Uwe Clasen, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle, Tel.: 040/25 30 71 60, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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