Appell an die Bundesregierung: 150 NGOs fordern mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Heute stellt der Bundesfinanzminister die Eckwerte des Haushalts 2027 vor. Erneut drohen massive Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit. Auch Mittel für humanitäre Hilfe könnten weiter sinken. Statt Kürzungen brauche es Aufwüchse, fordern die Entwicklungsorganisation ONE und VENRO, der Dachverband entwicklungspolitischer und humanitärer Organisationen, stellvertretend für über 150 zivilgesellschaftliche Organisationen. Ansonsten werden Millionen Menschen ihr Leben verlieren.

Angesichts der kritischen Lage und großen Bedarfe fordern VENRO und ONE die Bundesregierung auf, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe im Haushalt 2027 aufzustocken. Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) braucht es im kommenden Jahr einen Etat von mindestens 11,2 Milliarden Euro. Die Finanzierung humanitärer Hilfe muss auf mindestens 2,8 Milliarden Euro steigen.

Michael Herbst, Vorstandsmitglied bei VENRO, sagt: „Mit der Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die Welt ökologisch, wirtschaftlich und sozial zukunftsfähig zu gestalten. Stattdessen erleben wir eine bislang ungekannte Abkehr von diesen Zielen in weiten Teilen der industrialisierten Welt: In den USA und Europa kürzen Regierungen ihre Finanzierung für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe zusammen – mit dramatischen Auswirkungen für Millionen von Menschen. Deutschland als reiche Industrienation muss dieser Versuchung widerstehen und mehr investieren statt weiter zu kürzen.“

Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, sagt: „Die Welt brennt und Deutschland spart bei der Feuerwehr. Die Bundesregierung kürzt ausgerechnet dort, wo sie nachweislich Erfolge feiert: Die Kindersterblichkeit wurde mehr als halbiert, HIV-positive Mütter bringen gesunde Babys zur Welt. Das alles sind Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit, zu denen Deutschland maßgeblich beigetragen hat. Darauf sollten wir stolz sein. Warum Berlin ausgerechnet in dem Bereich sparen möchte, in dem es nachweislich und kontinuierlich Erfolge liefert, ist nicht nachzuvollziehen.“

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