Adveniat-Bischof Overbeck bedauert Entscheidung des Papstes zum Zölibat

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Köln. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, als
“Adveniat”-Bischof zuständig für die Lateinamerika-Hilfe der deutschen Kirche,
hat das unveränderte Festhalten des Papstes am Pflichtzölibat für katholische
Priester bedauert. “Ich wäre froh gewesen, wenn angesichts des unvergleichlich
großen Priestermangels im Amazonasraum verheirateten Männern der Zugang zum
Priesteramt auf dem Dispens-Weg ermöglicht worden wäre”, sagte Overbeck dem
“Kölner Stadt-Anzeiger” (Donnerstag-Ausgabe). Der Papst habe in seinem
nachsynodalen Schreiben anders entschieden. “Das ist vielleicht Ausdruck der
Zögerlichkeit einer 2000 Jahre alten Kirche. Aber immerhin gesteht der Papst
ein, dass dringend etwas zu tun wäre. Daran halte ich mich – auch als
Adveniat-Bischof.” In der gegenwärtigen Situation der Kirche sei er “immer schon
froh, wenn Türen nicht zugeschlagen werden. Das täten bestimmte Gruppierungen –
übrigens auch in der Gesellschaft – gern, um vermeintlich für Klarheit zu
sorgen. Manche werden auch das neue Papstschreiben so zu deuten versuchen. Aber
selbst wenn der Papst keine neuen Türen aufstößt, so verschließt er zumindest
diejenigen nicht, die einen Spaltbreit offen stehen.”

In den Passagen zu ökologischen und sozialen Fragen sei das Papstpapier “sehr
zeitgemäß und zukunftsrelevant mit allem, was es zur himmelschreienden
Ausbeutung und Vernichtung der Natur und den sozialen Verwerfungen in
Lateinamerika sagt. Die Kirche ist und bleibt hier sehr entschieden an der Seite
der Armen und an der Seite derer, die diesen Planeten und seine Lebensgrundlagen
für künftige Generationen erhalten wollen.” Für die Kirche sei das “ein
Mega-Thema”.

Zu Kirchenreformen in Deutschland und dem dazu begonnenen “Synodalen Weg” sagte
Overbeck, am Ende werde es “ganz sicher zu Entscheidungen kommen – mit
Mehrheiten und Minderheiten. Daraus wird deutlich der Wunsch erkennbar werden,
wohin der Weg der Kirche gehen soll. Nur sollte niemand glauben, dass der Papst
sich dem dann umstandslos anschließt. Das wird noch nicht einmal bei allen
deutschen Bischöfen der Fall sein.” Die Kirche sei mit Blick auf Demokratie- und
Konfliktfähigkeit “in einem Prozess der Reifung”. Es gelte, eine Atmosphäre und
Kultur der Ausgrenzung zu überwinden, die uns in der Kirche leider allzu
geläufig war”.

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