Arbeitsmarkt: Bis 2029 müssen rund 700.000 Ingenieure altersbedingt ersetzt werden / Neues VDI-/IW-Szenariotool zeigt Arbeitskräfte-Angebot und -Nachfrage

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Zum heutigen Auftakt der Hannover
Messe forderte VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer drei
Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung des technischen Nachwuchses auf
Basis des neuen Szenariotools „Ingenieur – ein Beruf mit Zukunft?“
(www.vdi.de/szenariotool). Das vom VDI Verein Deutscher Ingenieure
gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
entwickelte Tool erlaubt erstmals einen Blick auf die Zukunft des
Ingenieurarbeitsmarkts bis 2029.

Um zukünftig Herausforderungen wie Mobilität, Energiewende oder
die Digitale Wirtschaft zu bewältigen, muss es laut Ungeheuer
gelingen, erstens mehr junge Menschen und vor allem mehr Frauen für
ein Studium der Ingenieurwissenschaften zu begeistern und zweitens
die Studienabbrecherquote zu senken. Drittens muss die technische
Bildung in den Schulen einen breiteren Raum einnehmen.

Die Zahl der Studienanfänger und Absolventen in den
Ingenieurwissenschaften wird künftig sinken, außerdem scheiden immer
mehr ältere Ingenieure aus dem Arbeitsleben aus. „Die starke
Generation der Babyboomer tritt sukzessive ab und die demografische
Entwicklung wird sich damit verschärfen. Bis ins Jahr 2029 müssen
710.000 Ingenieure altersbedingt ersetzt werden – 42 Prozent des
aktuellen Bestands“, so Ungeheuer. Um sich mittel- bis langfristig
auf die Entwicklungen des Ingenieurarbeitsmarkts einstellen zu können
und die wichtigsten Stellschrauben zu erkennen, zeigt das neue Tool
drei Szenarien für den Zeitraum von 2015 bis 2029 auf: Ein
Basismodell, ein Modell, das einen Absolventenboom auf eine lahmende
Volkswirtschaft treffen lässt und ein Modell,das einen
Absolventenschwund einer boomenden Volkswirtschaft gegenüberstellt.
„Das für uns wichtigste und gleichzeitig alarmierendste Ergebnis
lautet: Egal welches Szenario wir zugrunde legen, es gibt immer eine
Unterdeckung an Ingenieuren und die liegt zwischen 84.000 und 390.000
Ingenieuren“, so Ungeheuer.

Studium der Ingenieurwissenschaften bleibt eine gute Wahl

Mit dem Szenariotool kann berechnet werden, welche Faktoren
kumuliert bis 2029 die stärkste quantitative Wirkung auf das
Arbeitskräfteangebot haben. Würde man die abschlussbezogene
Erfolgsbilanz ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge um fünf
Prozent erhöhen, stünden dem deutschen Arbeitsmarkt rund 42.400
Ingenieure zusätzlich zur Verfügung. Würde es in Zukunft gelingen,
den Anteil der Ingenieurwissenschaften an allen Studienanfängern um
fünf Prozent zu erhöhen, würden so rund 29.400 zusätzliche Ingenieure
gewonnen. „Die Ergebnisse unseres Szenariotools verdeutlichen, dass
die Aufnahme eines Ingenieurstudiums aus Absolventensicht auch
künftig eine überaus attraktive Wahl bleibt“, so der VDI-Präsident.

Zuwanderung muss künftigen Absolventenrückgang kompensieren

IW-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös kam auf Grundlage der sich
abzeichnenden Entwicklungen zum Schluss: „Sinken die
Absolventenzahlen wie erwartet, benötigt Deutschland eine jährliche
Nettozuwanderung in Höhe von mindestens 15.000 Ingenieuren, um seine
Arbeitskräftebasis im Ingenieurbereich langfristig zu sichern.“

Großes Potenzial sieht Klös bei den ausländischen Studierenden,
die an deutschen Hochschulen ausgebildet werden und bei Ingenieuren,
die mit einem ausländischen Abschluss nach Deutschland kommen. Die
Stärkung der Zuwanderung sollte sowohl über die Hochschulen, als auch
direkt aus dem Ausland erfolgen. „Die Bildungspolitik darf auf den
Rückgang des heimischen Potenzials an Ingenieurstudierenden nicht mit
einer Kürzung der Studienkapazitäten reagieren. Vielmehr sollte sie
die aktuellen Studienkapazitäten der Hochschulen weiterfinanzieren
und diese um ausländische Studierende werben lassen“, so Klös.

Der VDI – Sprecher, Gestalter, Netzwerker

Ingenieure brauchen eine starke Vereinigung, die sie bei ihrer
Arbeit unterstützt, fördert und vertritt. Diese Aufgabe übernimmt der
VDI Verein Deutscher Ingenieure. Seit über 150 Jahren steht er
Ingenieurinnen und Ingenieuren zuverlässig zur Seite. Mehr als 12.000
ehrenamtliche Experten bearbeiten jedes Jahr neueste Erkenntnisse zur
Förderung unseres Technikstandorts. Das überzeugt: Mit rund 154.000
Mitgliedern ist der VDI die größte Ingenieurvereinigung in
Deutschland. Als drittgrößter Regelsetzer ist er Partner für die
deutsche Wirtschaft und Wissenschaft.

Sie finden diese Pressemitteilung auch im Internet unter:
www.vdi.de/presse

Ihr Ansprechpartner in der VDI-Pressestelle:

Marco Dadomo
Telefon: +49 211 6214-383
Telefax: +49 211 6214-156
E-Mail: presse@vdi.de

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