Der Präsident der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Michael Groß, hat sich besorgt über die Entwicklung der Sozialdemokratie und den Verlust grundlegender sozialer Werte in Deutschland geäußert. „Natürlich sind wir mit der SPD unzufrieden, wenn sie dafür sorgt, dass die soziale Ungleichheit im Land weiter wächst“, sagte Groß im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz). Die von der SPD mitgetragenen Sparpläne der Koalition bei Wohnen, Rente und Gesundheit gingen in die falsche Richtung und seien inakzeptabel. „Was mir persönlich als SPD-Mitglied große Sorge bereitet, ist, dass grundlegende Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit, Freiheit und Toleranz in der Gesellschaft insgesamt an Gewicht verlieren und sozialdemokratische Ziele offenbar nicht mehr mehrheitsfähig sind“, sagte Groß.
Die Arbeiterwohlfahrt war vor mehr als hundert Jahren aus der SPD hervorgegangen. Groß selbst saß mehrere Jahre für die Sozialdemokraten im Bundestag. Zwar seien Wahlergebnisse oder die Zukunft der SPD „nicht die Sorge der Arbeiterwohlfahrt als eigenständige Organisation“. Allerdings gehe hierzulande zunehmend etwas verloren, wofür die SPD immer gestanden habe.“In Deutschland findet kaum noch soziale Mobilität statt. Aufstieg durch Arbeit? Das war einmal“, sagte der AWO-Chef. Von der amtierenden Bundesregierung komme zu wenig, um dieses Prinzip wiederzubeleben.
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