Chirurgen warnen: Wohnortnahe medizinische Versorgung in Gefahr

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In Deutschland leben immer weniger Menschen auf dem
Land, die Verstädterung schreitet zügig voran. Für die medizinische
Versorgung ein Desaster, denn immer mehr Kliniken auf dem Land müssen
schließen, weil die Auslastung vieler Bereiche nicht mehr gegeben
ist, der ökonomische Druck aber steigt. Der Berufsverband der
Deutschen Chirurgen (BDC) warnt nun davor, dass eine wohnortnahe,
gute medizinische Versorgung der Patienten außerhalb der
Ballungsgebiete bald nicht mehr möglich ist. Er fordert deshalb die
Einführung engerer Kooperationen zwischen Kliniken und ambulanten
Einrichtungen und eine dementsprechende Vergütung beider.

Immer ältere Patienten und immer weniger Versicherte, die
berufstätig sind. Das Geld für den Medizinsektor wird also weniger.
Jedes zweite Krankenhaus hat nicht genug Geld für Investitionen. Wenn
sich nichts ändert, droht 2015 fast jeder fünften Klinik die
Insolvenz. Schon lange kritisieren Experten, dass es in Deutschland
zu viele Krankenhäuser gibt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
(CDU) sprach sich deshalb bereits für den Abbau von Klinikbetten aus.

Doch wenn gerade kleine, unwirtschaftlichere Kliniken auf dem Land
schließen müssen, ist der Weg zur nächsten Klinik umso weiter.
Menschen, die im hohen Alter immer unbeweglicher werden, sind durch
diese Entwicklung besonders hart betroffen. Dr. Jörg Rüggeberg,
Vizepräsident des BDC: „Eine Versorgung in der Fläche, in der
Qualität wie wir sie bisher kennen, ist so nicht weiterzuführen. Wir
müssen daher dringend mit einer gut funktionierenden
Sektor-übergreifenden Versorgung beginnen.“

Heißt: die Versorgung der Patienten übergreifend gestalten –
zwischen stationär und ambulant. Heißt: keine Untersuchungen grundlos
doppelt ausführen. Heißt: die Patienten nicht wie einen
Ping-Pong-Ball zwischen den Einrichtungen hin- und herzuschicken.
Sondern: mit entsprechendem Informationsfluss zielgerecht in Klinik
oder Praxis weiter zu behandeln. So können zum Beispiel ältere
Menschen, die nicht ins weit entfernte Krankenhaus fahren können, in
einer Praxis in vielen Fällen gleichwertig behandelt werden.

Rüggeberg: „Konzepte dafür sind vorhanden. Nur muss dann auch die
Sektor-übergreifende Bezahlung funktionieren. Das heißt: für gleiche
Leistungen muss auch gleich abgerechnet werden können. Und: es müssen
Facharztsitze zugelassen werden – wenn nötig und sinnvoll, im
Teilzeit- oder Rotationsprinzip. Anders sind strukturelle Defizite
nicht zu beheben!“

Pressekontakt:
Kathrin Reisinger

Pressesprecherin
Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC)
Fon: 030/28004-200
Fax: 030/28004-109
Mobil: 0160/3621563
E-Mail: presse@bdc.de

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