Corona-Politik: Laumann vermisst Tuchfühlung zur Bevölkerung

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Corona-Politik: Laumann vermisst Tuchfühlung zur Bevölkerung

„Selbst beim Einkaufen machen die Leute einen Bogen um einen“ – Kritik an sozialen Netzen

Osnabrück. Polit-Original Karl-Josef Laumann vermisst soziale Kontakte als existenzielle Quelle seiner Politik. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales von Nordrhein-Westfalen, „Schützenfest ist ja nicht“. Seine Kontakte seien bei Weitem nicht mehr so breit wie vor der Corona-Krise. „Ich bewege mich seit über einem Jahr fast nur noch zwischen Ministerium und Familie hin und her“, bedauerte der CDU-Politiker. „Selbst beim Einkaufen machen die Leute einen Bogen um einen“, sagte Laumann. Was man an Mails und Anrufen erhalte, gebe nie ein rundes Bild ab. „Mir fehlt der direkte Kontakt. Die Tuchfühlung ist durch nichts zu ersetzen, durch keine Talkshow, kein Twitter, durch nichts.“ Dabei sei es für ihn immer besonders wichtig gewesen zu wissen, “ was die ,normalen Leute– denken“.

Stimmungen in sozialen Netzen sieht der Politiker ohnehin als irreführend an. „Es gibt ja diesen Ausspruch von der ,schweigenden Mehrheit–„, sagte der 63-Jährige. Andere Leute, die nicht zu dieser Mehrheit zählten, seien dort im Unterschied dazu sehr bewusst unterwegs, um etwas für ihre Ziele zu erreichen – „und andere wieder – na ja, gucken Sie mal bei manchen Einträgen, zu welcher Uhrzeit die gemacht werden. Eine ganze Reihe entsteht zwischen ein und fünf Uhr nachts“, sagte Laumann über Facebook, Instagram & Co.

Einen verschärften Tonfall in der Kritik an Politik sieht Laumann nicht. Er glaube, „dass Politik in Deutschland nach wie vor grundsätzlich eine hohe Akzeptanz genießt – bei all dem jedenfalls, was man Politikern immer nachsagt und auch schon immer nachgesagt hat. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es mal anders war, und ich bin ja schon sehr lange dabei“, sagte der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse.

„Es gibt Menschen, die haben ein relativ großes Vertrauen, und es gibt andere, die immer gerne ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen“, zeigte er sich von Kritik und Beschimpfungen auch in der Corona-Krise unbeeindruckt. „Aus Sicht des Gesundheitsministers kann es in einer Pandemie am Ende nicht darum gehen, ob das, was du tust, den Leuten gefällt oder nicht“, sagte Laumann. Ohnehin dürfe man als Politiker nicht davon ausgehen, immer gut behandelt zu werden. „Wer damit nicht umgehen kann, muss etwas anderes machen.“

Laumann zog 1990 in den Bundestag ein, als dieser noch in Bonn tagte. Er war Mitglied mehrerer Regierungen in Land und Bund, ist Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und sitzt in Bundesvorstand und Präsidium der CDU.

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CDU-Sozialflügel gegen ausufernde Gendersprache

Laumann: Sagt nicht aus, wie man über Geschlechter denkt – „Verwehre mich gegen Vorwürfe“

Osnabrück. Der Chef des CDU-Sozialflügels, Karl-Josef Laumann, hält wenig vom Gendertrend in der deutschen Sprache. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Laumann, „das Anliegen, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, ist doch völlig klar“. Wer aber auf welche Weise spreche, „sagt nichts darüber aus, wie man über die beiden Geschlechter und ihren Stellenwert denkt“.

„Wenn einer nicht gendert, heißt das ja nicht, dass er gegen Gleichberechtigung ist“, sagte der 63-Jährige. „Da würde ich mich sehr gegen verwehren und andere auch, mit denen ich Umgang pflege“, betonte der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen.

Generell gelte: „Das Thema mag viele brennend interessieren, andere dagegen nicht so sehr.“ Soweit er es richtig einschätze, sei dies außer bei ihm persönlich auch bei den Menschen in seiner ländlichen westfälischen Heimatgemeinde der Fall, sagte Laumann, der auch Mitglied im Präsidium und Bundesvorstand der Christdemokraten ist.

Die CDU ringt um eine Position zur Gendersprache. Der Hamburger Landesvorsitzende Christoph Ploß hatte ein Verbot nach Frankreichs Vorbild für die Verwendung in Schulen und Behörden gefordert. Andere Politiker wie der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans, gendern selbst und sehen sich als Vorbild.

Die CDU-Sozialausschüsse, denen Laumann als Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) seit 2005 vorsteht, sind neben dem liberalen und dem konservativen einer der drei großen Flügel der CDU.

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