Deutsche AIDS-Hilfe fordert Papst zur Umkehr auf

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Anlässlich seines Besuches in Deutschland fordert
die Deutsche AIDS-Hilfe Papst Benedikt XVI. auf, endlich von seiner
kontraproduktiven und menschenfeindlichen Sexual- und Kondompolitik
abzurücken.

„Mit dem Kondomverbot verleiten Papst und Kirche Millionen
Gläubige dazu, ihre Gesundheit und ihr Leben zu gefährden“, sagt
DAH-Vorstandsmitglied Tino Henn. „Ihre dogmatische moralische
Position ist ihnen dabei wichtiger als das Schicksal der betroffenen
Menschen. Eine verantwortungsbewusste Kirche würde anerkennen, dass
Sexualität ein Bedürfnis des Menschen ist, das auch gelebt wird – und
auf die Möglichkeit hinweisen, sich und andere zu schützen.“

Stattdessen behauptet der Papst sogar, Kondome würden die
Verbreitung von HIV/Aids nicht verhindern, sondern fördern. Das ist
falsch und zynisch. „Die katholische Kirche handelt mit dieser
Haltung nicht nur gegen das christliche Gebot der Nächstenliebe,
sondern auch gegen das Menschenrecht auf den bestmöglichen
erreichbaren Gesundheitszustand“, sagt DAH-Vorstand Henn.

Besonders fatal wirkt sich diese Politik in den Weltregionen aus,
in denen HIV besonders stark verbreitet ist. In vielen Ländern
betreibt die Kirche zugleich vorbildliche Einrichtungen zur
Behandlung und Versorgung von HIV-Positiven und Aidskranken. Die
bittere Ironie dabei: Viele der Patientinnen und Patienten hätten
sich ohne das Kondomverbot gar nicht erst infiziert.

Zugleich diskreditiert die katholische Kirche Menschen, die nicht
bereit oder in der Lage sind, ihre Sexualität auf Fortpflanzung zu
reduzieren. Wer anders lebt als der Vatikan es wünscht – zum Beispiel
Schwule und Lesben oder Geschiedene – wird schuldig gesprochen und
zum Sünder gestempelt. Papst und Kirche treten weltweit gegen die
Rechte sexueller Minderheiten ein. Das trägt zu Ausgrenzung und
schweren psychischen wie auch physischen Verletzungen bei, zum
Beispiel zu Hassverbrechen gegen Homosexuelle und erhöhten
Selbstmordraten bei homosexuellen Jugendlichen.

Aus der Gesundheitswissenschaft wissen wir außerdem: Wer sich
wegen seiner Sexualität schuldig fühlt, hat oft nicht genügend
Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein, um sich wirkungsvoll vor HIV
zu schützen. Es gelingt dann zum Beispiel vielen nicht, den Wunsch
nach Kondomgebrauch gegenüber dem Partner auch durchzusetzen. Frauen
haben es in dieser Frage oft besonders schwer. Wer sich infiziert
hat, steht dann aufgrund katholischer Sexualmoral erst recht als
Sünder beziehungsweise Sünderin dar.

Die Deutsche AIDS-Hilfe hat sich dem Bündnis „Der Papst kommt!“
angeschlossen und ruft zur Demonstration unter dem Motto „Keine Macht
den Dogmen!“ auf (Donnerstag, 22.9.2011, 16 Uhr, Potsdamer Platz,
Berlin). DAH-Pressesprecher Holger Wicht wird die Kundgebungen
gemeinsam mit der Radiomoderatorin Frauke Oppenberg moderieren.

Den Papst selbst laden wir zugleich zum Dialog ein. Ganz im Sinne
christlicher Nächstenliebe wünschen wir uns seine Unterstützung bei
einem Ziel, das uns alle einen sollte: Gesundheit und Wohlbefinden
für so viele Menschen wie möglich.

Mehr Informationen: www.aidshilfe.de

Pressekontakt:
Holger Wicht
Referent für Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecher
030 69 00 87 16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de

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