Deutsches Kinderhilfswerk fordert Einführung eines bundesweit einsetzbaren Kinderteilhabepasses

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Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die Einführung eines
bundesweit einsetzbaren Kinderteilhabepasses für Kinder aus armen Familien, um
die sozialen Teilhabemöglichkeiten für diese Kinder nachhaltig zu verbessern.
Mit einem solchen Kinderteilhabepass sollte der kostenlose Eintritt ins
Schwimmbad ebenso möglich sein, wie die Mitgliedschaft im Sportverein, die
Lernförderung, die Mittagsverpflegung, oder der Zugang zu einem gut ausgebauten
Netz an öffentlichem Nahverkehr. Einige Kommunen haben bereits innovative
Systeme in diese Richtung entwickelt, so etwa Berlin, Bremen, Darmstadt,
Erlangen, Nürnberg oder Stuttgart. Das Deutsche Kinderhilfswerk sieht den
Kinderteilhabepass als einen Baustein einer umfassenden Strategie, in der der
Bund mehr Verantwortung bei der Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland
übernimmt und dem bisherigen föderalen Flickenteppich in diesem Bereich eine
Gesamtstrategie entgegensetzt.

“Die Hartz-IV-Regelsätze machen auch nach der mickrigen Erhöhung zu Beginn des
nächsten Jahres kaum gesellschaftliche Teilhabe möglich. Im Zusammenspiel mit
einer bedarfsgerechten materiellen Absicherung von Familien mit geringem
Einkommen käme mit einem Kinderteilhabepass in Zukunft jedes Kind zu seinem
Recht auf angemessenen Lebensstandard und selbstbestimmte Teilhabe am sozialen
Leben, wie es sich aus den Kinderrechten in der UN-Kinderrechtskonvention und
dem Grundgesetz ableiten lässt. Grundsätzlich braucht es für eine Verbesserung
der Lebenssituation von Armut betroffener Kinder eine grundlegende Reform der
Hartz-IV-Regelsatzberechnung. Referenz muss dabei vor allem die Teilhabe aller
Kinder am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben sein. Diese
Teilhabe darf nicht abhängig von dem besonderen Engagement einzelner Kommunen
sein. Es ist zu befürchten, dass gerade in finanziell schlechter gestellten
Städten und Gemeinden, in denen zugleich viele Kinder von Armut betroffen sind,
entsprechende Initiativen ausbleiben”, betont Holger Hofmann,
Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Das Deutsche Kinderhilfswerk regt ein bundesweit gültiges Pass-System an, damit
Kinder und Jugendliche bei Institutionen vor Ort Angebote direkt, unbürokratisch
und sozial barrierefrei in Anspruch nehmen können. Bisher haben die Kommunen in
Deutschland unterschiedliche Wege eingeschlagen, um den Zugang zu
Teilhabeangeboten im Allgemeinen sowie Leistungen nach dem Bildungs- und
Teilhabepaket im Besonderen zu erleichtern und die Administration effizienter zu
gestalten. Einige wenige von ihnen haben zu diesem Zweck Karten- oder
Pass-Systeme eingeführt. Die bisher existierenden Systeme sind extrem heterogen
in der Ausgestaltung und unterscheiden sich in ihrer Zielstellung. Einige sind
zur Administration des Bildungs- und Teilhabepaketes und der damit verbundenen
Leistungen vorgesehen, andere ermöglichen Kindern Ermäßigungen bei Anbietern aus
den Bereichen Kultur, Freizeit oder Bildung. Manche beziehen auch den
Öffentlichen Personennahverkehr mit ein. Zum Teil knüpfen die kindzentrierten
Pass-Systeme an bereits bestehende Ermäßigungspässe von Erwachsenen an.

Eine Analyse bestehender Pass-Systeme findet sich unter dem Titel “Passgenau?
Bessere Kinderteilhabe durch Pass-Systeme” unter https://bit.ly/2r36khK.

Weitere Informationen und Rückfragen:

Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-308693-93
Mail: presse@dkhw.de
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Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/105473/4478475
OTS: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Original-Content von: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., übermittelt durch news aktuell

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