Erstausbildung in ambulanter Pflege / Endlich dürfen Pflegedienste auch im Land Bremen Altenpflegekräfte ausbilden

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Die Erstausbildung zur
Altenpflegefachkraft bei ambulanten Pflegediensten war bis vor kurzem
im kleinsten Bundesland undenkbar: Inzwischen hat der Senat endlich
der bpa-Forderung Rechnung getragen und auch Pflegediensten die
Möglichkeit eingeräumt, eine Altenpflegeausbildung anzubieten. „Das
ist für alle Seiten ein Vorteil“, sagt Ralf Holz, Vorsitzender der
Landesgruppe Bremen/Bremerhaven im Bundesverband privater Anbieter
sozialer Dienste e.V. (bpa). In seinem Bremerhavener Pflegedienst
Unterweser ist jetzt die erste Auszubildende angestellt, zudem eine
Umschülerin.

„Es ist wichtig, Menschen Perspektiven zu bieten und für den Beruf
zu begeistern“, sagt Holz. Vor allem, da in der gesamten Branche ein
Fachkräftemangel herrscht. Auf diese Weise gelinge es sehr gut, den
Nachwuchs zu gewinnen und auch für die eigenen Dienste zu begeistern.
„Am Ende wollen wir natürlich davon profitieren, indem wir unsere
Kollegen selbst ausbilden.“

Neben dem Pflegedienst Unterweser sind noch zwei Bremerhavener
Dienste und auch einige in Bremen ansässige Unternehmen wie der
Bremer Pflegedienst in die neue Art der Ausbildung involviert.

„Wir werden ab dem kommenden Ausbildungsjahr einen Schüler
aufnehmen“, sagt Michael Döring, geschäftsführender Gesellschafter
des Bremer Pflegedienstes. „Dass wir jetzt Erstausbildungen anbieten
können, ist ein gewaltiger Schub für die Branche.“ Denn Azubis in
ambulanten Diensten gibt es noch nicht lange. „Der bpa hat lange an
den Vorbereitungen gearbeitet und mitgeholfen, die Voraussetzungen zu
schaffen“, sagt Döring. Erst durch eine Änderung der Vorschriften sei
dies überhaupt möglich.

Dennoch gibt es noch viel zu tun. Die Auszubildenden bei Ralf Holz
werden in der Theorie an einer Altenpflegeschule unterrichtet. „Diese
Aufteilung ist sowohl vorgeschrieben als auch sinnvoll. So wird das
Wissen detailliert vermittelt und nicht einfach angelernt“, berichtet
der bpa-Vorsitzende. Während der praktischen Phasen, die auch
Einsätze in stationären Einrichtungen umfassen, werden die
Neu-Pflegekräfte von Mentoren unterstützt.

Die Praxis ist dabei ein besonders wichtiger Punkt für die
ausbildenden Betriebe im bpa. „Generell werden wir sie sechs Monate
lang nur begleiten und unterstützen“, erzählt Holz. Danach erfolgt
ein ausbildungsgemäßer Einsatz unter Anleitung der
Pflegedienstleitungen und Mentoren, diese stehen jederzeit zur
Verfügung. Noch ist die Ausbildung eine Nische, doch der Bedarf
wächst.

„Es gibt viele Menschen, die sich in die Pflege orientieren und
auch die Patientenzahl wächst aufgrund der demografischen
Entwicklung“, sagt Holz. Sein Ziel ist es, jährlich mindestens eine
Auszubildende oder einen Auszubildenden einzustellen: „Das ist auf
jeden Fall eine Perspektive, und zwar für beide Seiten.“

bpa: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
(bpa) bildet mit mehr als 7.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon
rund 100 in Bremen und Bremerhaven, die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 230.000 Arbeitsplätze und ca. 17.700
Ausbildungsplätze.

Pressekontakt:
Hannelore Bitter-Wirtz, bpa-Landesbeauftragte, Tel.: 0421-68544175

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