Flaute in der Windenergie bedroht Versorgungssicherheit / VDI fordert stärkeren Zubau von Windkraftanlagen und mehr Einbindung der Bevölkerung

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Obwohl die Bundesregierung den Anteil der erneuerbaren
Energien auf 65 Prozent des Bruttostromverbrauchs bis 2030 erhöhen will, sind
die Genehmigungen für Windkraftanlagen in den vergangenen drei Jahren um fast
drei Viertel gesunken. Seit Inkrafttreten des ersten Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) im Jahr 2000 wurde in keinem Jahr weniger Windenergieleistung installiert
als in 2019. Das sieht der VDI problematisch: “Wir betrachten diese Entwicklung
mit wachsender Sorge, gerade auch mit Blick auf die Gewährleistung der
Versorgungssicherheit in den Jahren 2022/23, wenn jetzt der Ausbau der
Windenergie fast zum Erliegen kommt”, so Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke,
Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt.

Der Zubau von Onshore-Windkraftanlagen ist im ersten Halbjahr 2019 auf 86
Anlagen bzw. 287 Megawatt installierter Leistung zurückgegangen. Wenn man
zusätzlich den Rückbau von Windkraftanlagen berücksichtigt, ergibt sich gerade
einmal ein Nettozubau von 231 Megawatt – weit weg von den benötigten vier
Gigawatt.

Der VDI fordert daher, zügig die derzeit bestehenden Hemmnisse zum Ausbau der
Windenergie zu überwinden. Aus Sicht des VDI sind dazu vor allem vier Ansätze
notwendig:

– Örtlich individuell festgelegte Abstandregelungen statt
bundesweiten Vorgaben
– Änderung der Abstandsregelungen für Radaranlagen der
Flugsicherung
– Beteiligung der betroffenen Bürger bzw. Gemeinden an örtlichen
Windkraftanlagen zur Erhöhung der Akzeptanz durch beispielsweise
eine stärkere Beteiligung der Gemeinden an den finanziellen
Erträgen der Anlagen
– Vereinfachung von Genehmigungsverfahren

Die derzeit stockenden Genehmigungsverfahren sind größtenteils bedingt durch
Klagen aufgrund von Natur- und Artenschutz, militärischen Belangen sowie
Radaranlagen für die Flugsicherung. Insbesondere der Prüfbereich von 10 bis 15
Kilometer um Radaranlagen ist ein international einzigartiges Hindernis. Auch
die im Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums geplante
Abstandsregelung von 1000 Metern ab fünf Häusern schadet dem Ausbau der
Windkraft und trägt nicht dazu bei, die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen.
Die Potenziale an installierter Leistung aus Windkraftanlagen werden daher in
allen Bundesländern bei weitem nicht erreicht.

Derzeit hat die Windenergiebranche in Deutschland eine gute Position auf den
Weltmärkten und sichert damit zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Allerdings hat
der Arbeitsplatzabbau bereits begonnen und es droht ein ähnliches Szenario wie
im Bereich der Fotovoltaik, wo China den Markt übernommen hat.

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