Frankfurter Rundschau: Schwieriges Gedenken

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat mit
seiner Rede nur in Ansätzen sein selbstgestecktes und
erstrebenswertes Ziel erreicht. Schließlich möchte er den
Nationalisten nicht die Farben der deutschen Flagge überlassen. Dafür
warb er für die Vorzüge der Demokratie und grenzte sich wortreich
gegen deren Feinde ab. Schwierig ist es, wenn er sagt, man könne die
Scham über die deutschen Verbrechen durch den Stolz über
demokratische Errungenschaften ergänzen. Es entsteht der Eindruck,
als ob er den Rechtspopulisten damit einen Schritt entgegengekommen
wäre. Das ist bestimmt nicht, was er wollte. Die Schwäche seiner Rede
liegt eher in dem, was er nicht gesagt hat. Er rief dazu auf, die
Demokratie immer wieder neu zu beleben, ohne zu sagen, wie dies
geschehen soll. Außerdem forderte er, man möge sich nicht von der
Demokratie abwenden, ohne zu erklären, warum eigentlich nicht.
Steinmeier hat es schlicht versäumt, diese seine Parolen mit Leben zu
füllen.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

Original-Content von: Frankfurter Rundschau, übermittelt durch news aktuell

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