Frauen und Männer in Paarhaushalten beim Entgelt gleichauf – Brossardt: „Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern insgesamt nur bei 5,3 Prozent“

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Teilen sich Paare die Erwerbs- und Hausarbeit gleichberechtigt auf, ist bei ihnen de facto kein Verdienstunterschied festzustellen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., erstellt vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln. Die Studie „Der Gender Pay Gap in Deutschland und Bayern: Eine gesamtwirtschaftliche Analyse unter besonderer Berücksichtigung des Haushaltskontexts“ hat Paarhaushalte untersucht, in denen beide Partner abhängig erwerbstätig sind.

Der Blick auf den Haushalt ist wichtig, weil die individuellen Entscheidungen von Paaren über die Aufgabenteilung und die wirtschaftliche Haushaltsführung die gesellschaftlichen Verdienstunterschiede insgesamt beeinflussen. Auffällig ist, dass Frauen insgesamt noch immer stärker als ihr Partner in die Hausarbeit eingebunden sind und damit oft ein geringerer Erwerbsumfang vorliegt. „Paare mit zwei abhängig beschäftigten Partnern organisieren die Aufgabenteilung im Haushalt weiterhin mehrheitlich traditionell, auch wenn in den letzten Jahren ein klarer Trend zu einer gleichberechtigteren Aufgabenteilung erkennbar ist. Kinder zementieren diese traditionelle Aufgabenverteilung weiter. Rollenbilder wiegen damit offensichtlich stärker als ökonomische Interessen. Von daher kann von Lohndiskriminierung keine Rede sein“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Auch insgesamt schließt sich die Lohnlücke. „Man muss lohnrelevante Faktoren wie Arbeitszeiten, Erwerbsunterbrechungen oder Berufswahl mit einkalkulieren. Demnach liegt der Gender Pay Gap nicht, wie vom Statistischen Bundesamt ausgewiesen, bei 19, sondern lediglich bei 5,3 Prozent, in Bayern sogar noch etwas niedriger“, so Brossardt.

Nach Ansicht der vbw erlauben unbereinigte Auswertungen zum Gender Pay Gap keine validen Aussagen zur Entlohnung von Frauen und Männern bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit, da allein die Durchschnittsverdienste der Geschlechter miteinander verglichen werden. Erwerbsunterbrechungen sowie die ausgeübten Berufe und Branchen bleiben unberücksichtigt. Ein wichtiger Punkt ist auch das Bildungsprofil: Das Ausbildungsniveau von Frauen steigt kontinuierlich. Dennoch weisen abhängig beschäftigte Männer noch immer einen größeren Anteil an Hochqualifizierten auf (27 gegenüber 19 Prozent).

Brossardt: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine zentrale Stellschraube für beständige Erwerbsbiografien. Die Unternehmen nehmen ihre Verantwortung auf betrieblicher Ebene wahr und setzen arbeitsorganisatorische Maßnahmen um. Darüber hinaus ist der Staat gefragt, die Betreuungsangebote weiter auszubauen. Wir brauchen außerdem ein flexibleresArbeitszeitrecht, das den Bedürfnissen von Arbeitgebern und Beschäftigten – Frauen ebenso wie Männern – besser entgegenkommt.“

Die Studie steht unter www.vbw-bayern.de/genderpaygap_haushaltskontext zum Download bereit.

Pressekontakt:

Andreas Ebersperger, 089-551 78-373, andreas.ebersperger@ibw-bayern.de, www.vbw-bayern.de

Original-Content von: ibw – Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft, übermittelt durch news aktuell

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