Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2018 in Münster und die Ferkelkastration

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Ferkelkastration ab 1.1. 2019 ohne Betäubung verboten
 

Die Frühjahrs-Agrarministerkonferenz in Münster unter der Leitung von NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking, ist in vollem Gange und viele Themen stehen auf dem Programm der Tagesordnung. Von der Afrikanische Schweinepest, das Tierwohllabel, Ackerbaustrategien, die Zukunft der europäischen Agrarpolitik, der Schutz der Biodiversität, Digitalisierung der Landwirtschaft, die Zukunft der Nutztierhaltung, aber auch die betäubungslose Kastration männlicher Ferkel sollen diskutiert werden. Nach Münster eingeladen wurden die Landwirtschaftsminister/Innen der Bundesländer, sowie auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Besonders das Thema des Kastrationsverbots männlicher Ferkel ohne Betäubung ist nach wie vor sehr umstritten. Eine wissenschaftlich nachgewiesene tierschutzgerechte geeignete Methode steht nach wie vor noch nicht zur Verfügung. Die Landwirte, die vor der Aufgabe stehen, ab dem 1.1. 2019 nicht mehr ohne Betäubung zu kastrieren fühlen sich alleine gelassen, denn von allen bisher vorgeschlagenen Methoden ist eigentlich keine zu favorisieren. Was sagt wohl die Agrarministerkonferenz dazu? Die Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) hat einen Beitrag in dem AVA-Fachorgan, der NUTZTIERPRAXIS AKTUELL (NPA) von Fachtierarzt für Schweine und Agrarwissenschaftler Ernst-Günther Hellwig alle möglichen Kastrationsverfahren kritisch beschrieben und beurteilt; jedoch ist keine der vorgeschlagenen Methoden, außer der Immunokastration, aus tierschutzgründen zu empfehlen.
Der so genannte „vierte Weg“, den die landwirtschaftlichen Verbände und einzelne Tierärzte als die „Beste“ und geeignetste Methode hinstellen wollen, wird nicht nur vom Tierärzteverband der praktischen Tierärzte (bpt) kritisch gesehen, sondern auch Fachtierärzte für Schweine sehen diese Methode als nicht zielführend. „Hier wird den Tieren mehr Schmerzen zugefügt als bei der bisher „normalen Kastration“ innerhalb der ersten drei Lebenstage mit einer schmerzstillenden Injektion“, so der Fachtierarzt für Schweine und Agrarwissenschaftler Ernst-Günther Hellwig, Chef der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) im münsterländischen Steinfurt. Bisher fehlten wissenschaftliche Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen. „Der vermeintliche Vorteil dieses vierten Weges entspringe nur aus Vermutungen“, sagt der Schweinespezialist und Fachtierarzt weiter. „Der Anthropomorphismus, also die Vorstellung, wie würde ich (Mensch) fühlen, wenn ich (Mensch) im Körper dieses Ferkel wäre, ist eine falsche. Natürlich wollen wir Methoden der Ferkelkastration, die Leiden und Schmerzen verhindern, aber bevor es keine aussagekräftigen und nachvollziehbaren wissenschaftlichen Untersuchungen und damit tierschutzgerechtere Methoden gibt, kritisiert Hellwig auch diesen vierten Weg, den die Landwirtschaft wünscht. Diese Methode wäre zwar für den Landwirt eine kostengünstige Lösung, aber eben nicht der tierschonendste Weg für das Ferkel. Auch für die Isoflurannarkose kann Fachtierarzt Hellwig auch keine „Ferkelvorteile“ erkennen. Im Gegenteil. Sein Fazit: Kastrieren wie bisher mit einer schmerz- und entzündungshemmenden Injektion vor dem Eingriff. Damit habe das männliche Ferkel den geringsten Stress und der Kastrationsschmerz ist auch auf ein Minimum reduziert. Und natürlich alternative Methoden wissenschaftlich erarbeiten, um noch tierschonender bei der Kastration vorgehen zu können. Alles andere sei Makulatur.

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