FT: Kommentar zum Papstbesuch

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Wer in diesen Tagen die Schlagzeilen zum
Papstbesuch liest, die Talkrunden zu dem Thema verfolgt und die
Reaktionen in persönlichen Gesprächen darauf erlebt, kann den
Eindruck bekommen, dass irgendein Polit-Schurke wie Fidel Castro um
Audienz gebeten hat. Mit einem Unterschied: Vermutlich würde einem
Diktator wie ihm mehr Respekt gezollt, könnten sich manche
Bundestagsabgeordnete gut vorstellen, ihm Gehör zu schenken. Von
herzlichen Glückwünschen zur Lebensleistung ganz zu schweigen. So
kommt aber (nur) der deutsche Papst. Und der soll mal hören, was
diejenigen, die schon immer gegen ihn und seine Kirche waren, an
Vorwürfen und Forderungen vorzubringen haben. Der Papst zeigt zwar
Verständnis und Gesprächsbereitschaft, aber das genügt seinen
Kritikern nicht, denn die wollen nicht hören, was er zu sagen hat,
sondern möglichst die Selbstauflösung, zumindest aber das Bekenntnis
des Papstes, sich mit seinen Überzeugungen im tiefen Irrtum zu
befinden. Genau hier liegt der Unterschied zwischen Papst und
Politikern. Letztere sind Profis im Aufgeben von Überzeugungen.
Der Papst bewegt sich auf einem anderen Fundament, ringt um
Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Wer ihn auf Politikergröße reduziert,
verkennt nicht nur sein Amt, er ermisst auch nicht seine Wirkung und
Position, die er für gläubige Katholiken hat. Nur zur Erinnerung:
Das sind in Deutschland noch rund 25 Millionen Menschen!

Pressekontakt:
Flensburger Tageblatt
Stephan Richter
Telefon: 0461 808-1060
redaktion@shz.de

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