Gas-Rausch: Die Suche der Rohstoffjäger nach den letzten fossilen Schätzen

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Pressemitteilung

Jetzt erschienen: Umweltmagazin zeo2 – Ausgabe 4/2011

In seiner Titelgeschichte widmet sich die Herbstausgabe des
Umweltmagazins zeo2 den brachialen Methoden der Rohstoffjäger bei der
weltweiten Suche nach den letzten fossilen Schätzen.
„Unkonventionelles Gas“ sitzt seit Jahrtausenden in den Poren seines
extrem harten Wirtsgesteins fest. Bisher galt dies als No-go-Area:
unförderbar. Jetzt rücken die Multis mit viel Bohrgestänge, Chemie
und glänzenden Augen an. Vor allem in den USA, wo das Wundergas
inzwischen die Hälfte des Verbrauchs deckt und das Land nahezu
unabhängig macht von Gasimporten. Auch in Deutschland soll die neue
Gasquelle angezapft werden. Die Euphorie ist groß, ebenso der
Aufwand, um mit der umstrittenen Technik des „Fracking“ die
Reichtümer zu heben. zeo2 beschreibt die neuen Bohr- und
Fördermethoden, aber auch die Stimmung in Niedersachsen und
Nordrhein-Westfalen, wo sich Bürgerinitiativen gegen den Abbau
wehren. Sie fürchten um das Grundwasser und kritisieren im Interview
mit unserem Magazin die „Ewigkeitsschäden“ durch das Einpressen von
Chemikalien in die Erdkruste. Exxonmobil verspricht unterdessen,
„keine Risiken“ einzugehen und „alle Fragen rund um Sicherheit und
Umweltverträglichkeit“ zu beachten, so Exxon-Manager Heinrich Herm
Stapelberg gegenüber unserem Magazin.

* * * Wie weiter mit der Asse? Nach vielen Schreckensmeldungen
rund um das niedersächsische Atommüll-Lager ist nur scheinbar der
Alltag zurückgekehrt. Das Bergwerk muss so schnell wie möglich
stabilisiert werden, um der Einsturzgefahr auf der Südflanke zu
begegnen. Zugleich beginnen an der Einlagerungskammer sieben die
Vorbereitungen für die Aktion „Big Raushole“: die Rückholung von
einhundertsechsundzwanzigtausend Fässern mit schwach- und
mittelaktivem Müll – eine weltweit beispiellose Aktion. Die
Samtgemeinde Asse unterstützt die spektakuläre Bergung des Atommülls,
hat aber zugleich einen bitterbösen Brief an die „sehr geehrte Frau
Bundeskanzlerin“ geschrieben, den zeo2 in Auszügen dokumentiert.
Darin fordert die Gemeinde finanziellen Ausgleich für den
Imageschaden, den sie durch den Atommüll-Skandal erlitten hat. Auch
dies ein einmaliger Vorgang.

* * * Asien muss sich selbst das Autofahren verbieten, verlangt
der Inder Chandran Nair in seinem Meinungsbeitrag für zeo2. Der
„asiatische Traum“ vom Wohlstandmodell mit Haus, Auto und Kühlschrank
im XXL Format sei schon aufgrund von Ressourcenknappheit und
Klimaerwärmung nicht mehr realisierbar, erklärt der Leiter des Global
Institute for Tomorrow in Hong Kong. Die Regierungen müssten ihre
Bürger von einem neuen, ressourcenschonenden Lebensstil überzeugen –
und genügend Macht aufbauen, um den Abschied vom tradierten
Wohlstandbild notfalls auch gegen Widerstände durchzusetzen. Hallo
Ökodiktatur? Geht dabei nicht die Demokratie über Bord? „Für Asien
sind starke Staaten mit guter Regierungsführung wichtiger als
demokratische Kriterien, die nur formal erfüllt werden, ist Nair
überzeugt.

* * * Fukushima, Finanzkrise, Amoklauf in Norwegen, blutige
Aufstände in Libyen und Syrien, Ölleck in der Nordsee und Dioxin im
Hühnerei. Wie entkommen wir unbeschädigt dem Overkill schlechter
Nachrichten? Der Aachener Publizist und Psychoanalytiker Micha
Hilgers beschreibt den modernen Menschen in der Ohnmachtsfalle, nennt
Strategien und Auswege. Besonders wichtig sei es, Erfolge „im
Kleinen“, in lokalen und regionalen Zusammenhängen zu suchen und sie
auch gebührend zu feiern. Den Atomausstieg sieht Hilgers trotz seiner
Mängel als grandiosen Erfolg einer „Jahrzehnte langen Kärrnerarbeit
der Umweltbewegung“. Gefeiert wurde er jedoch kaum, weil feiern „noch
nie die prominenteste Eigenschaft von Linken, Alternativen und Grünen
war.“ Wer den Atomausstieg nicht auf der Habenseite verbuche,
verkenne die eigene politische und gesellschaftliche
Innovationskraft, schreibt Hilgers in seinem Namensbeitrag für zeo2
der Umweltbewegung ins Stammbuch.

* * * Laut zeo2-Kolumnist Stefan Rahmstorf hatten wir in diesem
Jahr in Deutschland „den kältesten Juli des jungen Jahrtausends“. Und
schon gehen Anrufe von Leuten ein, die ihm empfehlen, mit „dem Gerede
vom Klimawandel“ aufzuhören. Doch der Fröstel-Sommer in Deutschland
trügt. Rahmstorf zählt die Klimarekorde auf, die der Juli anderswo
parat hatte: 2.755 neue Tageshitzerekorde in den USA etwa oder die
geringste Bedeckung der Arktis mit Meereis. Ist das der Klimawandel?
Ja, sagt Rahmstorf, „Auswertungen zeigen, dass die große Mehrzahl der
neuen Monatsrekorde (…) ohne den globalen Erwärmungstrend nicht
zustande gekommen wäre.“

* * * Frösche! Die Quaker gibt es in blau, rot und grün, gefleckt
und gestreift – und bis zu 30 Zentimeter groß. Die extrem
umweltsensiblen Tiere, deren durchlässige Haut schon auf kleinste
Pestizid-Mengen reagiert, sind nicht nur schön und nützlich, sie sind
für viele Menschen auch ein Leckerbissen. Froschschenkel werden immer
noch in vielen Regionen der Welt gegessen. Jetzt untersucht eine neue
Studie, die zeo2 vorstellt, den internationalen Handel mit
Froschschenkeln. Hauptumschlagplatz ist Belgien, weltweit größter
Abnehmer die EU. Indonesien ist der wichtigste Dealer. Inzwischen
werden Frösche auch auf Farmen gezüchtet und gemästet, aber ein
großer Teil stammt weiter aus Wildfängen. Braucht es neben einem
peniblen Monitoring der Wildbestände auch ein Quotensystem für Fänge,
um weitere Arten vor der Ausrottung zu bewahren? Ein Report über
„springende Hühnchen“.

* * * Weitere Themen in der neuen Ausgabe von zeo2:

– Wie Dieselruß die Arktis aufheizt
– Europas Fischereipolitik
– Blau Ökonom Gunter Pauli
– Der neue Vegan-Supermarkt in Berlin Prenzlauer Berg
– Eine Weiche-Männer-Tour mit dem Boot durch Polen.

zeo2 gibt es ab heute am gut sortierten Bahnhofskiosk aller
größeren Städte und im Abonnement (www.zeozwei.de)

Pressekontakt:
Marcus Franken, zeo2-Chefredaktion, E-Mail: franken@zeozwei.de, Tel.
030 3926133

Manfred Kriener, zeo2-Chefredaktion, E-Mail: kriener@zeozwei.de, Tel.
0175 5669661

Dr. Gerd Rosenkranz, Deutsche Umwelthilfe e.V., Mobil: 0171 5660577,
Tel.: 030 24008670, Fax: 030 2400867-19, E-Mail: rosenkranz@duh.de

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