Kommentar zum Kampf gegen Kindergeldbetrug in NRW: Knallharte Kontrolle hilft den Familien

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Es ist nicht dankbar, in solchen Zeiten über
Kindergeld-Abzocke durch Menschen vom Balkan zu schreiben. – in Zeiten, wo für
manche Menschen jeder Ausländer, der eine deutsche Sozialleistung bezieht, unter
Generalverdacht steht. Umso wichtiger ist es, vehement darauf hinzuweisen, dass
es hier oftmals nicht um Menschen geht, die sich vom deutschen Steuerzahler ihr
schönes Leben in der Heimat finanzieren lassen. Jedenfalls nicht bei denjenigen,
in dessen Namen die Kindergeldanträge gestellt werden.

Wer einmal ein sogenanntes Problemhaus in Duisburg-Marxloh oder -Hochfeld
betreten hat, der weiß, dass Sozialneid hier fehl am Platze ist. Familien leben
dort teils ohne fließendes Wasser oder Strom, mal werden Kabel an den Fassaden
entlang und durch Treppenhäuser gelegt – Brandschutz für den Fall, dass diese
Elektrik Marke Eigenbau versagt, existiert freilich nicht. Oft leben dort
zahlreiche Menschen auf engstem Raum und doch können es nie so viele sein, wie
die zig Namen an den Briefkästen suggerieren. Für diese Verheißung hätten die
Bewohner wohl kaum ihre Heimat verlassen.

Es klingt erst einmal sonderbar, aber: Dass bei diesen Familien knallhart
kontrolliert wird, ist ihr wirksamster Schutz. Wenn das Geschäft mit deren
Ausnutzung ausgetrocknet ist, werden sie auch nicht mehr mit falschen
Versprechen nach Deutschland und ins kalkulierte Elend gelockt. Zugleich stärkt
der Kampf gegen unrechtmäßige Leistungszahlungen die gesellschaftliche Akzeptanz
staatlicher Hilfe für jene, die sie wirklich verdienen.

Das Prinzip des neuen “Missimo”-Projekts ist so simpel, dass man sich
tatsächlich fragen muss, weshalb der Kampf nicht längst effektiver geführt wird.
Könnte ich mein Kind allen Ernstes offiziell von der Schule abmelden mit der
Ankündigung, Deutschland verlassen zu wollen, und bis zu dessen 18. Geburtstag
flösse weiterhin unbeeindruckt das Kindergeld? Bei aller Liebe zur Privatsphäre:
Sollte der Datenschutz staatliches Handeln mit Menschenverstand in dieser Weise
strangulieren, dann liegt so richtig etwas im Argen.

Aber womöglich liegt es auch doch daran, dass der Blick über den eigenen
Tellerrand in vielen Behörden noch immer Neuland ist. Schließlich hat der
Datentransfer in Krefeld wunderbar funktioniert. Lassen wir die Frage “Warum
nicht gleich so?” und sagen lieber: “Na endlich”. Wenn in Krefeld innerhalb
einer Woche 83 Betrugsfälle aufgedeckt werden, mag man sich kaum vorstellen, was
in Duisburg und anderen Ruhrgebietsstädten ans Licht kommt, wo die Rathäuser und
Polizeipräsidien unter der Last der Zuwanderungsmafia schon lange ächzen. Wenn
“Missimo” dort schnell eingesetzt werden kann, gewinnen alle.

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