Lausitzer Rundschau: Was zu tun ist

Zur Diskussionüber den Ausstieg aus der Atomenergie

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Fast täglich gibt es eine neue Horrormeldung aus
der Atomruine von Fukushima. Mal droht ein Taifun, mal fällt eine
Kühlpumpe aus, mal wird radioaktive Strahlung am Meeresboden
gemessen. Dass die Katastrophe in Japan jemals unter Kontrolle kommt
und ein Status erreicht wird, in dem die Tepco-Arbeiter das
Atomkraftwerk halbwegs beherrschen, erscheint zumindest einem
kerntechnischen Laien mittlerweile so unwahrscheinlich wie ein
Schneesturm am ersten August. Die Vorgänge in Japan zeigen jedenfalls
eindrücklich den größten Risikofaktor der Atomenergie: Den Menschen,
der sie bedienen muss. Der ein Kernkraftwerk in einer
Tsunami-gefährdeten Zone baut und keinen funktionierenden Plan B für
den Fall einer dort auftretenden Naturkatastrophe hat. Aber wäre das
bei uns in Deutschland so viel anders? Gäbe es auch hierzulande
wirklich keine Schlamperei, kein Vertuschen und kein Chaos? Wohl
kaum. Schon deswegen ist es richtig und gut, dass die
Laufzeitverlängerungen nun zurückgenommen werden. Schon deswegen ist
es sinnvoll, dass die Ethikkommission empfiehlt, im nächsten
Jahrzehnt aus der Kernenergie auszusteigen. Natürlich, ein schneller
Ausstieg aus der Kerntechnologie kostet Kraft. Strom wird teurer
werden, Netze müssen ausgebaut werden, Windräder und neue Leitungen
werden künftig noch stärker als bisher die Landschaft verschandeln.
Dazu produzieren unsere Nachbarländer weiter Atomstrom, der als
Billigangebot nach Deutschland importiert werden kann. Doch irgendwer
ist immer der Erste, auch beim Atomausstieg. Steigt Deutschland
demnächst aus, kann das Land zum Vorreiter bei den erneuerbaren
Energien werden. Ethisch entscheidend bleibt der kleine, aber fatale
Unterschied zwischen Atomenergie und herkömmlicher Stromerzeugung:
Auch ein Kohlekraftwerk kann abbrennen, auch ein Stausee überlaufen.
Aber das wird kommende Generationen längst nicht so belasten, wie die
radioaktive Verseuchung in Tschernobyl und Fukushima. Oder die
Abfälle, für die noch immer ein sicheres Endlager fehlt. Es ist und
bleibt die Aufgabe jedes guten Haushälters, sein Haus in Ordnung zu
bringen, bevor er es kommenden Generationen übergibt. Das gilt auch
für den Menschen und die Erde, ist aber mit der Atomkraft und ihre
Nebenwirkungen nur schwer zu machen. Weswegen der Ausstieg aus der
Kerntechnologie der einzig richtige Weg ist.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

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