Westdeutsche Zeitung: Innerhalb von vier Tagen sterben drei Soldaten der Bundeswehr – Der Ernstfall 2011 ist Afghanistan
Ein Kommentar von Wolfgang Radau

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Seit 2002 sind 33 Deutsche nicht mehr lebend
vom Afghanistan-Einsatz nach Hause zurückgekehrt. Eine Vielzahl von
Soldaten wurde schwer verletzt – an Körper und Seele. Inzwischen
spricht auch das offizielle Berlin von einem Kriegseinsatz, und die
Bundeswehr soll entsprechend umgebaut werden. Der zu Zeiten des
Kalten Krieges angenommene Ernstfall ist Vergangenheit. Der Ernstfall
2011 ist Afghanistan – ein heißer Krieg.

Was geht Afghanistan uns Deutsche an? Nun – der geflügelte Satz
des früheren Verteidigungsministers Struck, unsere Sicherheit werde
auch am Hindukusch verteidigt, hat nichts an Tatsachengehalt
verloren. Im vergangenen April wurden vor unserer Haustür Männer
festgenommen, die im Verdacht stehen, im Großraum Düsseldorf ein
Blutbad mit Splitterbomben geplant zu haben. Diese „Düsseldorfer
Zelle“ soll von Al Kaida in Afghanistan gesteuert worden sein.

Grenznah zu Afghanistan liegt Pakistan, nicht nur Versteck von
Osama bin Laden, sondern auch Rückzugsraum afghanischer Terroristen.
Ein Land im Besitz von Atombomben. So, wie der Westen mehr als vier
Jahrzehnte das Gleichgewicht der militärischen Kräfte gegen den
Ostblock aufrecht gehalten hat, bietet er nun dem
fundamental-islamischen Terror die Stirn. Mit deutschen Soldaten in
ihren Reihen, die den gefährlichsten Dienst versehen, den unser Land
zu vergeben hat. Die Debatte um die Bundeswehr-Reform hat gezeigt,
dass die demokratischen Parteien dieser neuen Rolle mit großer
Mehrheit zustimmen und unseren Soldaten den Rücken stärken. Sie
wissen, dass Afghanistan bald wieder ein finsterer „Gottesstaat“
wäre, wenn die Nato-Schutztruppe das Land verlassen würde. Ein Staat,
in dem Menschenverachtung Gesetz ist und mittelalterliche Strafen
exekutiert werden – vor allem an Frauen. Ein Staat, von dem höchste
Gefahr auch nach außen ausgeht.

Soldaten der Bundeswehr leisten einen Eid, „das Recht und die
Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Die Zeiten, in
denen jedes Land sein Schicksal allein in die Hand nahm, sind vorbei.
In Afghanistan wird heute das Recht und die Freiheit der westlichen
Welt, aber auch der Menschen in Afghanistan verteidigt. Unter Einsatz
des Lebens von jungen Deutschen, die unseren höchsten Respekt
verdienen.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de

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