Luisa Neubauer weist Trump-Kritik an Klimaschutzbewegung zurück

Abgelegt unter: Wahlen |





Luisa Neubauer weist Trump-Kritik an Klimaschutzbewegung
zurück

“Realität hat viele Vorhersagen längst übertroffen” – Radikalisierungsvorwürfe
gegen Fridays for Future “absurd” – Morddrohungen gegen sie selbst “krasse
Erfahrung”

Osnabrück. Luisa Neubauer, Mitgründerin der “Fridays for Future”-Bewegung, hat
den Vorwurf von US-Präsident Donald Trump, Klimaschützer seien “Propheten des
Untergangs”, scharf zurückgewiesen. “Viele der kompetentesten Forscher sagen
mir, dass wir eher untertreiben, statt zu übertreiben”, sagte Neubauer im
Interview mit der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). “Die größten Fehler der
Klimaforschung waren bisher, dass die Prognosen tendenziell zu schwach waren.
Die Realität hat viele Vorhersagen längst übertroffen.” Trump hatte die
Klimaschutzaktivisten am Dienstag in Davos als “Propheten des Untergangs”
bezeichnet.

In der NOZ wehrte sich Neubauer auch gegen den Vorwurf, die
Schülerstreikbewegung betreibe eine Doppelmoral, weil die Aktivisten selbst
nicht CO2-frei lebten: “Wir fordern von niemandem, sein Auto augenblicklich
stehen zu lassen, nie wieder zu fliegen und kein Steak mehr anzuschauen”, sagte
die Hamburgerin. “Wir werden und wollen die Welt nicht retten, indem wir einen
Menschen nach dem anderen zum Vegetarier machen.” Es sei zwar “toll, wenn
Menschen ökologisch leben”, das sei aber nach wie vor ein Privileg, beklagte die
23-Jährige: “Bio-Fleisch ist viel teurer. Das Flugzeug ist oft billiger als der
Zug. Klimaschädliches Verhalten wird belohnt.”

Um das zu ändern, müsse der Bundestag Gesetze beschließen, die den ökologischen
Schaden einpreisten und jedem ein nachhaltiges Leben ermöglichten, forderte
Neubauer. “Stattdessen wird der Eindruck erweckt, Klimaschutz sei Privatsache.
Aber ob wir Paris einhalten, hängt nicht davon ab, ob der Einzelne im Supermarkt
eine Avocado aus Peru kauft oder nicht.” Deutschland habe sich in Paris zu einer
CO2-Obergrenze verpflichtet. “Wenn wir es nicht schaffen, unseren Beitrag zur
CO2-Reduzierung zu leisten, sieht es ganz bitter aus. Das ist für mich unfassbar
beängstigend”, sagte sie.

Mutmaßungen, “Fridays for Future” stehe vor einer Radikalisierung, bezeichnete
Neubauer als “absurd”. “Unser Selbstverständnis ist eindeutig: Wir kämpfen mit
allen friedlichen und gewaltfreien zur Verfügung stehenden Mitteln für unsere
Ziele. Wer gewaltbereit ist, gehört nicht zu Fridays for Future. Und das wird
auch so bleiben”, stellte Neubauer in der NOZ klar.

Betroffen zeigte sich die Geografiestudentin von Anfeindungen, denen sie selbst
ausgesetzt ist. “Dass mein Name auf Mordlisten steht, ist für mich eine krasse
Erfahrung”, sagte Neubauer. “Ich bin 23 Jahre alt. Das ist eigentlich zu jung,
um mich mit dem Bundeskriminalamt über Konzepte für meine Sicherheit
auseinandersetzen zu müssen.” Sie versuche sich zu vergewissern, dass sie ihre
Energie “in die richtige Sache stecke” und sich selbst “nicht zu ernst zu
nehme”, sagte Neubauer weiter. “Das kann Wunder wirken.”

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/58964/4499827
OTS: Neue Osnabrücker Zeitung

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de