Mehr Zeit zum Zuhören beim Hausnotruf für die Einsamen an Weihnachten (FOTO)

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Sie wird oft vergessen im Trubel um Weihnachten: Jenseits vom Glanz
der Weihnachtslichter und des freudigen Zusammentreffens gibt es auch Menschen
auf der einsamen, nicht festlich illuminierten Seite der Festtage – für diese
seelische Not jenseits des Notfalls ist der Hausnotruf sensibilisiert und
verstärkt.

Viele Menschen, oft ältere, verbinden Weihnachten eher mit Einsamkeit. In der
deutschlandweiten Malteser Hausnotruf-Zentrale in Oestrich-Winkel, in der mehr
als 120.000 Kunden registriert sind, gingen in diesem Jahr in der
Weihnachtswoche bis zum 27. Dezember rund 11.500 Anrufe ein. “Davon waren mit
mehr als 400, also fast vier Prozent, soziale Anrufe, bei denen der Knopf
“zufällig” gedrückt wurde”, sagt Sabine Erhardt, stellvertretende Leiterin des
Hausnotrufs. “Für diese Rufe ohne Notfall kommen oft unterschiedliche Gründe
zusammen: dass sie keine Angehörigen mehr haben, dass auch Freunde unterwegs bei
ihren Familien und nicht erreichbar sind, die Geschäfte zu, nicht mehr viel
drumherum passiert – dadurch fühlen sie sich noch einsamer.”

Viele sagten dies aber nicht bewusst, sondern sie wollten nur mal schauen, ob
der Knopf noch funktioniere. “Da wir bereits für diese seelische Not jenseits
des Notfalls sensibilisiert sind, fragen wir nach, was sie bewegt oder wie die
Abendplanung aussieht. Oft stellt sich erst im Nebensatz heraus, dass sie
eigentlich nur jemanden zum Reden brauchen.” Die Hausnotruf-Zentrale hat über
die Feiertage die Besetzung von rund 20 Kräften im Normalbetrieb tagsüber unter
der Woche auf bis zu 25 verstärkt, damit “genügend Zeit bleibt, das Herz
ausschütten zu können.”

Die Themen und Nöte der Menschen sind ganz unterschiedlich. Michaela Faust, die
seit sechs Jahren Anrufe des Hausnotrufs entgegennimmt und schon öfter über
Weihnachten telefonierte: “Wir sind oft der letzte Kontakt zur Außenwelt für
allein stehende Menschen, die sich gerade an Weihnachten einsam fühlen, traurig
sind und reden wollen.”

Erfahrungen aus dem Hausnotruf

Diese traurige Seite jenseits des Weihnachtstrubels hat auch Daniel Basalla,
stellvertretender Leiter des Malteser Hausnotruf in Köln, bereits oft im Dienst
erlebt. Einmal wurde er an Heiligabend aus dem Kreis seiner Familie in den
Einsatz gerufen und betrat die Wohnungen der Betroffenen: “Auffällig war, egal
wo man reingekommen ist, Weihnachten spielte keine Rolle. Es gab keinen
Tannenbaum, keine festliche Dekoration, nichts.” Auch wenn er bei der Begrüßung
erstmal frohe Weihnachten wünschte, waren die Reaktionen oft verhalten. “Oft war
es sogar so, dass mein Gegenüber so reagierte, als realisiere es erst jetzt,
dass überhaupt Heiligabend ist. Das hat mich schon sehr getroffen.”

Hinzu kommt eine Charaktereigenschaft, die vor allem die ältere Generation noch
prägt: Oft haben sie besonders an den Feiertagen eine Scheu überhaupt den
Hausnotruf-Knopf zu drücken. “An Feiertagen erleben wir ab und zu, dass sich der
betroffene Mensch sogar entschuldigt für den Hilferuf und fragt, wo wir denn an
dem Feiertag die Kollegen hergerufen hätten.” Diese höfliche Zurückhaltung –
“Ich möchte keinen belästigen, ich habe ja nichts, kann nur nicht aufstehen” –
habe aber auch ihre Tücken. Daher warnt Basalla: “Wenn jemand stürzt und oder
nicht mehr allein vom Sofa hochkommt, weil die Beine versagen, sollte er oder
sie nicht warten, ob es vielleicht doch noch aus eigener Hilfe gelingt.” Der
Hausnotruf-Experte habe schon gestürzten Menschen angetroffen, die bereits
unterkühlt waren. “Da weiß man, dass derjenige vielleicht um halb 3 Uhr morgens
gestürzt ist, aber bis morgens wartete, weil er in der Nacht niemanden stören
wollte.” Daher lautet beim Notruf die Devise: “In einer Situation, aus der man
allein nicht mehr rauskommt, sofort den Notruf-Knopf drücken. Dafür sind wir
da.”

Initiativen gegen Einsamkeit

Um etwas gegen die Einsamkeit zu unternehmen, hatten beispielsweise die Malteser
Solingen in Kooperation mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian in
diesem Jahr eine Initiative gestartet und zum “Bergischen Kaffeetrinken” am
zweiten Weihnachtstag eingeladen. “Die Idee entstand aus dem Wissen heraus, dass
Weihnachten für Menschen, die alleine sind oder wenig Geld haben, emotional
besonders schwierig ist. Dagegen wollten wir etwas machen,” so Birgit Guenther
von den Maltesern in Solingen.

An 15 Standorten bundesweit rufen geschulte Ehrenamtliche des Malteser
Telefon-Besuchsdienstes Menschen an, die sich über einen regelmäßigen Austausch
per Telefon freuen. Egal ob in Buxtehude, Bamberg oder Berlin – die Ehrenamtlich
telefonieren zu ausgemachten Zeiten mit den gesprächsbedürftigen Menschen – auch
über die Feiertage.

Achtung Redaktion:

Mehr Informationen unter www.malteser.de/hausnotruf;
www.malteser.de/besuchs-begleitungsdienste. Ein Foto zum Download finden Sie
hier: https://bit.ly/38P80wr

Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für
mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit – 80.000 Engagierte in
Ehren- und Hauptamt – an 700 Orten – 1 Mio. Förderer und Mitglieder.

Pressekontakt:

Malteser Pressestelle
Tel. 0221 / 9822-2202 /-2203
presse@malteser.org
www.malteser.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/58983/4478583
OTS: Malteser in Deutschland

Original-Content von: Malteser in Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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