Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur Cygnus-Explosion: Riskantes Spiel von Thomas Spang

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Bei dem „Cygnus“-Unglück in Virginia kamen
glücklicherweise keine Menschen zu Schaden. Trotz des Verlusts der –
auf einen Wert von 200 Millionen Dollar geschätzten – Ladung, ist
auch die Versorgung der Besatzung auf der Internationalen Raumstation
nicht gefährdet. Sie verfügt noch über ausreichende Lebensmittel, den
nächsten Versorgungsflug abzuwarten. Den größten Schaden nimmt das
ohnehin schon angeschlagene Image der Nasa. Die amerikanische
Weltraumbehörde hatte nach Einstellung des kostspieligen
Shuttle-Programms auf die Privatisierung der Raumfahrt gesetzt.
Dahinter steckt die Idee, „Routine“-Missionen kostengünstiger von
Unternehmen ausführen zu lassen, die miteinander um Aufträge der Nasa
konkurrieren. Das Unglück der zweistufigen Rakete, die den
„Cygnus“-Gleiter ins Orbit befördern sollte, zeigt, dass es in der
Raumfahrt so etwas wie Routine nicht gibt. Indem die Nasa die
Kontrolle über die Technik aufgegeben hat, muss sie nun mit den
Konsequenzen leben. Da bleibt den Verantwortlichen nach Unfällen wie
diesem nicht mehr übrig als gute Mine zum riskanten Spiel zu machen.

Pressekontakt:
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