Mitteldeutsche Zeitung: Katholische Kirche SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel verteidigt Rede des Papstes im Bundestag

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Der ehemalige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel hat
Kritik an der geplanten Rede von Papst Benedikt XVI. im Bundestag
zurückgewiesen. „Er kommt ja nicht ungebeten, sondern alle Fraktionen
haben dem zugestimmt“, sagte er der in Halle erscheinenden
„Mitteldeutschen Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe). „Im Übrigen ist es
nicht das erste Mal, dass ein Papst vor einem Parlament spricht.
Nicht in der Bundesrepublik, aber in vielen vergleichbaren Ländern
hat es solche Reden schon gegeben. Auch bei den Vereinten Nationen
ist der Papst bereits als Redner eingeladen gewesen und hat
gesprochen.“ Im Übrigen sei er diese Kritik gewöhnt. Der Besuch habe
„einen Stellenwert, weil er die Aufmerksamkeit auf die katholische
Kirche und ihre Probleme, aber auch auf die Bedeutung der Kirche
lenkt“, so Vogel. Die Bemerkung des Erfurter Bischofs Joachim Wanke,
es handele sich um ein „Jahrtausendereignis“, könne „historisch wohl
insofern gerechtfertigt werden, als ich mich nicht erinnere, dass
jemals ein Papst vor einer Gesamtvertretung Deutschlands gesprochen
hat“. Der Katholik Vogel ist nach eigenem Bekunden zu der Rede
eingeladen worden, um für Abgeordnete einzuspringen, die ihr aus
Protest nicht folgen möchten. „Ja, ich habe so eine Einladung
bekommen, kann ihr aber zu meinem großen Bedauern nicht Folge
leisten, weil schon seit Wochen die Präsentation eines
Gesprächsbuches von Frau Maischberger und mir in Hamburg terminiert
ist“, erklärte er. „Das lässt sich jetzt nicht mehr rückgängig
machen. Ich bedauere das sehr. Ich hätte das gern miterlebt. Denn das
ist ja wahrlich kein alltäglicher Vorgang.“

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200

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