Moraltheologe: Papst-Schreiben ist eine “Riesenenttäuschung”

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Moraltheologe: Papst-Schreiben ist eine “Riesenenttäuschung”

Experte Bogner spricht von vertaner Chance und überkommener Lehre

Osnabrück. Der Moraltheologe Daniel Bogner bezeichnet das nachsynodale Schreiben
von Papst Franziskus als “Riesenenttäuschung”. Der “Neuen Osnabrücker Zeitung”
sagte der katholische Professor: Im vierten Kapitel, in dem es um eine angeblich
“mutige kirchliche Vision” geht, fänden sich nur “hasenfüßige
Schlussfolgerungen”. Die Betonung liege auf traditionellen Geschlechterrollen
und der hierarchischen Gestalt der Kirche. “Der Papst wiederholt lediglich die
alte Lehre, nur ein männlicher Priester könne Christus repräsentieren. Frauen
hingegen werden auf ihre bewundernswerte Hingabe und ihren leidenschaftlichen
Glauben reduziert. Damit ist eine große Chance vertan, die überkommene Lehre ein
Stück weiterzuentwickeln”, sagte der Professor. Er gehe davon aus, dass
konservative Kräfte im Vatikan gewonnen hätten. “Offenbar stand der Papst unter
enormem Druck”, vermutet Bogner. “Für die Menschen in Amazonien ist das sehr
enttäuschend. Dieses Schreiben ermöglicht nichts Neues.”

Der inhaltliche Anspruch von Franziskus– Pontifikat, wichtige Themen dezentral
zu entscheiden, sei damit beendet. “Dabei war die Synode selbst viel mutiger und
offener”, sagt Bogner. Das Papstschreiben bleibe dahinter zurück.

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