„Nachtcafé: Gefangen“ (FOTO)

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Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Marc Wallert, der 140 Tage
in der Gewalt einer islamistischen Terrororganisation war / Freitag,
26. April 2019, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Jeder kennt die Gefühle, wenn man sich plötzlich in einer
scheinbar ausweglosen Situation wiederfindet. Doch was passiert, wenn
man in eine lebensbedrohliche Situation kommt – zum Beispiel als
Entführungsopfer oder Geisel? Zum Eingesperrt-Sein kommen Angst und
Ausweglosigkeit hinzu. Ähnlich ergeht es Opfern eines Unglücks –
beispielsweise, wenn man von einer Lawine verschüttet wird. Welche
Gedanken gehen Menschen während einer solchen Erfahrung durch den
Kopf? Wie gelingt es, durchzuhalten und die Hoffnung nicht zu
verlieren? Gefangen sein kann man auch in ganz anderen Zusammenhängen
– zum Beispiel in einer ungesunden Liebesbeziehung, in der man vom
Partner unterdrückt wird. Wie ist es, sich im eigenen Körper gefangen
zu fühlen? Betroffene des sogenannten Locked-in-Syndroms sind bei
vollem Bewusstsein und gleichzeitig fast vollständig gelähmt. Während
sie alles wahrnehmen und verstehen, können sie sich weder durch
Sprache noch durch Bewegungen mitteilen. Was macht es mit Menschen,
eingesperrt zu sein? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen
Gästen im „Nachtcafé: Gefangen“ am Freitag, 26. April, 22 Uhr, im SWR
Fernsehen.

Die Gäste im „Nachtcafé“:

Marc Wallert war 140 Tage in der Gewalt einer islamistischen
Terrororganisation 140 Tage lang war Marc Wallert in der Hand von
Terroristen. Gemeinsam mit seinen Eltern und 18 weiteren Geiseln
wurde er während eines idyllischen Tauchurlaubs verschleppt und im
philippinischen Dschungel gefangen gehalten. „Der größte psychische
Feind war die Ungewissheit“, sagt Wallert, der schließlich als eine
der letzten Geiseln freigelassen wurde.

Stefanie Enzinger war 90 Minuten unter einer Lawine begraben
Lebendig begraben wurde Stefanie Enzinger, als sie auf einer Skitour
unter eine Lawine geriet. Bewegungsunfähig eingesperrt blieb ihr nur
ein kleines Luftloch. „Ich habe gemerkt, dass ich bald nicht mehr die
Kraft haben werde, auf mich aufmerksam zu machen.“ Der Bayerin blieb
nichts anderes übrig, als auf rechtzeitige Hilfe zu hoffen. So harrte
sie neunzig endlos lange Minuten unter den Schneemassen aus.

Dirk Michgehl verbrachte einige Jahre seines Lebens im Gefängnis
Auch wenn Dirk Michgehl als Präsident eines Rockerclubs wusste, dass
er mit einem Bein im Gefängnis stand, war er nicht auf den harten
Knastalltag vorbereitet. Fünfeinhalb Jahre saß er wegen bewaffneten
Drogenhandels hinter Gittern. Vor allem die Abgeschnittenheit zur
Außenwelt und die Unfähigkeit der Familie in Not beizustehen,
belasteten ihn: „Das sind Sachen, die einen in die Knie zwingen.“

Sophie Poschs Schwester Katarina leidet am Locked-in-Syndrom Ihre
Schwester Katarina war eine erfolgreiche und aktive Frau – umso
entsetzlicher waren die Nachrichten, die Sophie Posch im Jahr 2015
erhielt: Nach einer Operation trat bei ihrer Schwester das
Locked-in-Syndrom auf. „Wir haben Katarina als lebende Puppe
zurückbekommen“, sagt Sophie Posch über ihre Schwester, die seitdem
bei vollem Bewusstsein in ihrem Körper gefangen ist.

Romy Stangl wurde in ihrer Ehe gedemütigt, misshandelt und
eingesperrt Sechs Jahre lang erlebte Romy Stangl häusliche Gewalt.
Ihr Ex-Partner demütigte sie, schlug sie und sperrte sie ein. Lange
ertrug sie das Martyrium, schaffte es aber nicht, sich zu befreien.
Dabei fühlte Romy Stangl eine hilflose Wut: „Wut, dass du aus dieser
Situation nicht rauskannst, dass ein Mensch dir mit diesem Vorgehen
deine Freiheit und dein Leben nimmt.“

Prof. Dr. Joachim Bauer weiß als Psychotherapeut, was
Gefangenschaft bewirkt „Zu den zentralen Grundbedürfnissen des
Menschen gehört es, Bewegungsfreiheit und soziale Verbundenheit zu
haben“, weiß der Psychotherapeut und Neurowissenschaftler Prof. Dr.
Joachim Bauer. Dass eine körperliche oder psychische Gefangenschaft
beides einschränkt, erklärt, weshalb das Gefangen-Sein so
beängstigend und belastend für Menschen ist.

„Nachtcafé“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das „Nachtcafé“
ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen
Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher
Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente
und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema
auseinanderzusetzen.

„Nachtcafé: Gefangen“ am Freitag, 26. April 2019, 22 Uhr im SWR
Fernsehen

Weitere Informationen unter: http://x.swr.de/s/nachtcafegefangen

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285,
grit.krueger@SWR.de

Original-Content von: SWR – Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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