NDR Umfrage in Schleswig-Holstein: CDU holt auf

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Einen Monat vor der Landtagswahl in
Schleswig-Holstein hat die CDU ihren Rückstand auf die
Sozialdemokraten verringert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen
Umfrage von infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks.
Wenn schon am kommenden Sonntag im nördlichsten Bundesland gewählt
würde, wäre die SPD wie schon im März mit 33 Prozent stärkste Partei.
Allerdings konnte die CDU seit der letzten Umfrage drei Prozentpunkte
zulegen und erreicht jetzt 30 Prozent. Die Grünen leiden offenbar
unter dem negativen Bundestrend und sinken von 14 Prozent auf jetzt
12 Prozent ab. Seit dem März unverändert bleiben FDP (9 Prozent), SSW
(3 Prozent), AfD (7 Prozent) und Linke (4 Prozent).

Im neuen Landtag hätte die sogenannte Küstenkoalition aus SPD,
Grünen und dem von der Fünf-Prozent-Klausel befreiten SSW weiterhin
die Mehrheit. Neu im Parlament vertreten wäre die AfD. Ausscheiden
würde dagegen die Piratenpartei. Auch die Linke würde an der
5-Prozent-Hürde scheitern.

Eine Wechselstimmung ist in Schleswig-Holstein weiterhin nicht
erkennbar. Mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger sind
zufrieden oder sehr zufrieden mit der Landesregierung (57 Prozent).
Getragen wird dies von einer relativ hohen Zufriedenheit mit den
Regierungsparteien. Am besten schneidet die SPD ab, mit der jetzt 54
Prozent zufrieden sind. Die Grünen erreichen hier 48 Prozent, der SSW
31 Prozent.

Die Landesregierung kann unter anderem mit ihrer Energiepolitik
punkten. 54 Prozent sind zufrieden damit. Auch die Flüchtlings- und
Integrationspolitik findet überwiegend Zustimmung. In anderen
Politikbereichen sind die Bürgerinnen und Bürger eher geteilter
Meinung, so etwa in der Haushaltspolitik, in der inneren Sicherheit
und in der Landwirtschaftspolitik. Mit der Schulpolitik hat die
Küstenkoalition ein Problem: Fast zwei Drittel der Befragten sind
damit unzufrieden.

Unter den Oppositionsparteien erzielt die CDU die besten
Zufriedenheitswerte (40 Prozent), dicht gefolgt von der FDP mit 35
Prozent. Allerdings ist die Mehrheit der Wahlberechtigten mit diesen
Parteien unzufrieden. Die dritte Oppositionspartei im Landtag, die
Piraten, erreicht eine Zufriedenheit von 12 Prozent.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) konnte sein Ansehen in der
Bevölkerung zuletzt noch einmal steigern. Er ist nun der beliebteste
Spitzenkandidat im Land (58 Prozent) und konnte auch Wolfgang Kubicki
(FDP) überholen (57 Prozent). Platz drei belegt die
Grünen-Politikerin Monika Heinold (33 Prozent). Die CDU kann auch
hier aufholen (plus 7 Prozent), liegt aber mit ihrem
Spitzenkandidaten Daniel Günther weiterhin deutlich zurück (27
Prozent). Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten käme Günther
trotz leichter Verbesserung nur auf 25 Prozent. Der Amtsinhaber
Torsten Albig würde die Direktwahl mit 51 Prozent klar für sich
entscheiden.

Im Profilvergleich liegt Albig in allen abgefragten Punkten vor
seinem Herausforderer Günther. „Er passt eher zu Schleswig-Holstein“,
finden 49 Prozent (Günther: 20 Prozent). Albig wird öfter die höhere
Führungsstärke zugeschrieben, mehr Einsatz für soziale Gerechtigkeit
und bessere Kenntnis der Probleme der Bürger. Er wird auch von mehr
Wahlberechtigten als „sympathischer“ und „glaubwürdiger“ gesehen.

Die Sozialdemokraten sollten an der nächsten Landesregierung
wieder beteiligt sein, finden fast drei Viertel der Befragten (74
Prozent). Über die Grünen sagen dies 62 Prozent. Aber auch eine
Regierungsbeteiligung der Christdemokraten stieße auf viel Zustimmung
(58 Prozent). Ganz im Gegensatz dazu die Linke: Nur 20 Prozent wären
einverstanden, wenn sie mitregieren würde.

Rückenwind erhalten die Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein
offenbar auch durch den SPD-Kanzlerkandidaten. Martin Schulz liefert
sich, bezogen auf das Bundesland, weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen
mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei einer Direktwahl in
Schleswig-Holstein würde Merkel allerdings aktuell siegen (46
Prozent), Schulz käme auf 42 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap befragte vom 30.
März bis 4. April 2017 per Telefon 1002 zufällig ausgewählte
Wahlberechtigte in Schleswig-Holstein. Die Fehlertoleranz variiert
zwischen 1,4 Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 5 Prozent) und
3,1 Prozentpunkten (bei einem Anteil von 50 Prozent).

Hinweis an die Redaktionen: Alle Ergebnisse der Umfrage sind bei
Nennung der „Quelle: Infratest dimap im Auftrag des NDR“ zur
Veröffentlichung freigegeben und im Internet unter www.NDR.de
abrufbar.

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Tel: 040-4156-2333

http://www.ndr.de
https://twitter.com/NDRpresse

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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