Nepal: 100 Tage nach dem Erdbeben / Lage vieler Menschen noch immer verzweifelt

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100 Tage nach dem verheerenden Erdbeben
in Nepal, das rund 10.000 Tote und gut acht Millionen Menschen
obdachlos zurückgelassen hat, ist die Lage noch immer sehr
angespannt, berichtet die Kinderhilfsorganisation SOS-Kinderdörfer
weltweit. „Wenn die Mehrheit der Nepalesen den Monsun überlebt, haben
wir Glück gehabt“, sagt Nepals SOS-Direktor Shankar Pradhananga.
„Dann können wir mit dem Wiederaufbau beginnen.“

Noch immer sei die Situation vieler durch das Erdbeben obdachlos
gewordener oder in provisorischen Unterkünften hausender Menschen
verzweifelt. „Viele Familien leben mit ihren Kindern in Zelten, die
bei weitem nicht gegen den Starkregen und die Kälte schützen. Andere
sind in Notunterkünften untergekommen und laufen Gefahr, von
Schlammlawinen verschüttet zu werden“, beschreibt Pradhananga die
Lage. Im stark zerstörten Distrikt Gorkha seien die Bewohner noch
immer von der Versorgung abgeschnitten. Die Straßen seien zerstört
und könnten wegen des Monsuns nicht repariert werden. Hier bestehe
dringend Handlungsbedarf, so die Organisation.

Die Hygienischen Zustände sind trotz der Nothilfe vielerorts noch
verheerend und Hilfsorganisationen befürchten die Ausbreitung von
Krankheiten wie Typhus und Cholera. „Aktuell brauchen die Menschen
einen trockenen Platz zum Leben. Darauf konzentrieren wir uns. Des
Weiteren benötigen sie dringend materielle Unterstützung für einen
Neustart. Auch Möglichkeiten zur temporären, sicheren Unterbringung
ihrer Kinder, während sich die Eltern um den Wiederaufbau ihres
Zuhauses kümmern, werden besonders jetzt dringend benötigt“, sagt
SOS-Direktor Pradhananga. Denn seit dem Beben haben viele Kinder
keine Papiere mehr und liefen Gefahr von Menschenhändlern verschleppt
zu werden.

Die SOS-Kinderdörfer sind seit 30 Jahren mit 800 Mitarbeitern und
10 Kinderdörfern in Nepal präsent. So war es möglich, sofort nach der
Katastrophe medizinische und materielle Nothilfe zu leisten. Kinder
werden in Child Care Centers in den besonders stark betroffenen
Gebieten psychologisch betreut und Familien finanziell und materiell
beim Neubeginn unterstützt. Als Wiederaufbaumaßnahme ist unter
anderem der Bau von 300 Häusern und vier Schulen geplant.

Hörfunk: Ein Interview mit SOS-Mitarbeiterin Elitsa Dincheva, die
während des Erdbebens in Nepal war, können Radiosender auf der
Website von Medienkontor kostenfrei unter
http://www.medienkontor-audio.de/beitraege/sos-kinderdoerfer
herunterladen.

Pressekontakt:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Ridlerstraße 55, 80339 München
Tel.: +49/89/179 14-259
louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

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