Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Karl-Theodor zu Guttenberg
Auf Bewährung
ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

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Die Opposition nutzte nun auch die Diskussion
über die Bundeswehrreform, um die Glaubwürdigkeit von
Verteidigungsminister zu Guttenberg anzuzweifeln. SPD-Chef Sigmar
Gabriel forderte die Kanzlerin auf, den CSU-Mann wegen der
Abschreibaffäre zu entlassen. Die Opposition setzt also ihre Angriffe
gegen den CSU-Politiker fort, obwohl alles zur Doktorarbeit gesagt
worden ist. Die Klugheit dieser Strategie darf angezweifelt werden,
denn sie führt zu einer Trotzreaktion in der Öffentlichkeit. Die hält
noch stärker zu dem beliebten Minister und will ihn vor den angeblich
maßlosen Attacken verschont wissen. Die fortgesetzten Angriffe
belegen aber auch, dass der private von dem politischen Guttenberg
nicht zu trennen ist. Die Regierungskoalition reagiert ebenfalls
anders als sonst auf den nun angeschlagenen Superstar. Dass
Finanzminister Wolfgang Schäuble ihm einen Sparbonus kredenzt,
spricht Bände. Indirekt wird damit demonstriert, wie sehr der
Minister geschwächt ist. Dabei muss Guttenberg Großes stemmen: die
Aussetzung der Wehrpflicht samt Schließung von Standorten und
Gewinnung von Freiwilligen. Wie er das meistert, wird penibel
beobachtet. Grobe Fehleinschätzung darf er sich nicht leisten.
Guttenberg ist ein Minister auf Bewährung.

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