Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Vorwurf der Islamhetze gegen Dieter Nuhr Satire darf das Stefan Brams

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Das Grundgesetz stellt die
Religionsgemeinschaften in Deutschland unter einen besonderen Schutz
und verbietet deren Verunglimpfung. Das heißt aber nicht, dass sie
nicht kritisiert werden dürfen. Und das heißt auch nicht, dass sie
nicht sogar scharf und überzeichnet angegangen werden dürfen zum
Beispiel mit dem Mittel der Satire, die laut Kurt Tucholsky ja alles
darf. Der Kabarettist Dieter Nuhr hat eben dies getan. In seinem
aktuellen Programm setzt er sich auch mit dem Islam und dem
Islamismus auseinander. Differenziert geht der Kabarettist dabei
nicht gerade vor. Warum auch? Satire zeigt doch nur dann Wirkung,
wenn sie überzeichnet, frech und respektlos ist gegen jeden und
alles. Auch Religionsgemeinschaften dürfen zum Ziel der Satire werden
und schon gar ihre politischen Ismen und Dogmen. Dieter Nuhr ist für
seine satirische Kritik an Erscheinungen des Islam nun angezeigt
worden. Auch das ist gutes Recht hierzulande wie auch die
Demonstration gegen seinen Auftritt in Osnabrück. Deshalb muss uns
dieser Vorgang auch nicht wirklich aufregen. Aber es ist eben auch
gutes Recht in diesem Lande, satirisch zu überzeichnen und die
Meinungsfreiheit hochzuhalten, denn nur in der Auseinandersetzung
über und durch das freie Wort, können Debatten ausgetragen,
Veränderungen herbeigeführt und Kritik wirksam werden. „Es wehte bei
uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel
nähmen“, schrieb Tucholsky. Recht hat er. Wegducken und nicht beim
Namen nennen, was im Namen des Islam oder anderer Religionen verübt
wird, ist kein Weg.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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