neues deutschland: Berlin zieht umstrittene Asylunterkunft in Tempelhofer Hangars vor Weihnachten leer

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Insgesamt 259 Geflüchtete können nach Informationen
der in Berlin erscheinenenden Tageszeitung »neuen deutschland«
(Freitagausgabe) noch vor Weihnachten aus den Hangars des ehemaligen
Flughafen Tempelhof ausziehen. Die Hangars, die zurzeit als
Ankunftszentrum genutzt werden, sollen freigezogen werden. Dem
Vernehmen nach wird der größte Teil der Flüchtlinge in einer
Gemeinschaftsunterkunft in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau
untergebracht. Für betroffene Familien wird darüber hinaus nach einer
anderen Lösung gesucht. Bereits vor zwei Jahren hatte Rot-Rot-Grün im
Koalitionsvertrag die Schließung des Ankunftszentrums vereinbart. Die
zuständige Senatsverwaltung von Integrationssenatorin Elke
Breitenbach (Linkspartei) setzt sich seitdem für eine Lösung für die
Geflüchteten in den Tempelhofer Hangars ein. Zwei Quadratmeter pro
Person, nach oben offene Schlafkabinen, keinerlei Privatsphäre: Die
Unterbringung der Geflüchteten in den Tempelhofer Hangars stand immer
wieder in der Kritik. Der Berliner Flüchtlingsrat hatte zuletzt zum
Tag der Menschenrechte vor einer Woche die aus seiner Sicht
»katastrophalen Zustände« in der Unterkunft für Asylbewerber
kritisiert. Die Flüchtlingsunterstützer forderten seinerzeit, dass
die Hangars geschlossen werden.

Auch auf dem Landesparteitag der Linkspartei am vergangenen
Wochenende war die Forderung nach der Schließung der Unterbringung in
der menschenunwürdigen Unterkunft gefordert worden. Das scheint nun
in Sicht zu sein. Mit dem Umzug nach Spandau ist unterdessen keine
Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge in Berlin verknüpft.
Rund 700 Asylsuchende kommen im Durchschnitt monatlich in Berlin an,
im Oktober waren es über tausend. Rot-Rot-Grün hatte deshalb bereits
im Oktober festgelegt, dass das neue Ankunftszentrum für Geflüchtete
in der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Reinickendorf
errichtet werden soll. Es soll bis Ende des kommenden Jahres fertig
sein. Nach dem Schließen des Ankunftszentrums in den Hangars auf dem
ehemaligen Flughafen Tempelhof ist nach nd-Informationen eine
Zwischenlösung in Prüfung. Das zuständige Landesamt für
Flüchtlingsangelegenheiten ist in Gesprächen mit der Prisod, die auf
dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Klinik eine
Gemeinschaftsunterkunft betreibt. Die Interimslösung für ein
Ankunftszentrum für die Berliner Flüchtlinge könnte also auch in
Reinickendorf gefunden werden, wenn alles klappt.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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