neues deutschland: Vergessene Opfer – Kommentar zum Krieg Saudi-Arabiens gegen Jemen

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Dass Mitarbeiter der Vereinten Nationen so manche
Tragödie zu sehen bekommen, lässt sich leicht vorstellen. Umso
eindringlicher sind deshalb die jüngsten Warnungen vor einer
Katastrophe in Jemen, wo 14 Millionen Menschen – die Hälfte der
Bevölkerung – von Hunger bedroht ist: UN-Nothilfekoordinator Mark
Lowcock erklärte vor dem Sicherheitsrat, die Versorgungsknappheit in
dem kriegsgebeutelten Land sei so schockierend, dass sie alles, was
Helfer in ihrem Arbeitsleben je erlebt hätten, in den Schatten
stellen könnte.

Seit Monaten warnen Hilfsorganisationen vor den Folgen des
gnadenlosen und brutalen Krieges Saudi-Arabiens gegen die Huthis, bei
dem auch die Versorgungsgrundlagen der Bevölkerung systematisch
zerstört werden, um diese zu zermürben. Interessieren tut es die
Weltgemeinschaft allerdings nicht, stattdessen läuft das Geschäft mit
dem Regime blendend. US-Präsident Donald Trump ließ diesen Sommer
Waffen für 12,5 Milliarden US-Dollar an das Königreich verkaufen,
Vorgänger Barack Obama machte es nicht anders, auch nicht, nachdem
der Krieg 2015 begann. Und auch Deutschland verdient bestens an
Waffenlieferungen an das Regime.

Der ermordete saudische Journalist Jamal Khashoggi kritisierte den
Jemen-Krieg. Zwar ist der Aufschrei angesichts des Mordes an ihm
bedeutend größer als der wegen der Verbrechen in Jemen, trotzdem eint
beide Fälle: Ernsthafte Konsequenzen muss der Waffenkunde erster Güte
nicht befürchten.

Pressekontakt:
neues deutschland
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