NOZ: Ausgaben der Bundeswehr für Nachwuchswerbung unverändert hoch

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Ausgaben der Bundeswehr für Nachwuchswerbung
unverändert hoch

2018 rund 34,5 Millionen Kosten – Kritik von Linken und von Terre
des Hommes

Osnabrück. Trotz Kritik sind die Ausgaben der Bundeswehr für die
Nachwuchswerbung seit Jahren unverändert hoch. Die Gesamtausgaben
dafür beliefen sich 2018 auf 34,5 Millionen Euro. Das war nahezu
gleichbleibend viel wie 2017, als 35,2 Millionen Euro ausgegeben
wurden. Das geht aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf
eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ vorliegt. 2016 waren es 34,08 Millionen Euro gewesen.

Dabei steckte die Truppe im vergangenen Jahr mehr Geld in Anzeigen
für die Personalwerbung. Diese Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr
von 20,7 auf 22,3 Millionen Euro. 2018 warb die Bundeswehr auf 2174
Messen und Ausstellungen um Bewerber, das war der höchste Wert seit
Beginn der Erfassung im Jahr 2006.

Die Innenexpertin der Linken, Ulla Jelpke, kritisierte die
Werbemaßnahmen der Bundeswehr. „Die Bundeswehr betreibt eine gezielte
Militarisierung der Gesellschaft.“ Zudem suggeriere die Bundeswehr
mit ihren Kampagnen, Soldat sei ein Job wie jeder andere: „Das ist
schlicht und einfach verantwortungslos und verharmlost letztlich die
Schrecken von Krieg und Gewalt“, so Jelpke.

Der Vorstandssprecher des internationale Kinderhilfswerks Terre
des Hommes, Albert Recknagel, sagte der „NOZ“: „Die Anwerbepraxis der
Bundeswehr ist und bleibt höchst fragwürdig.“ Um jugendliche Schüler
werde vor allem mit „Abenteuer, Fun und Action“ geworben. Das
Kinderhilfswerk fordert, dass keine Minderjährigen mehr als Soldaten
von der Bundeswehr rekrutiert werden dürften. Recknagel sagte, weder
die Ausbildungspraxis noch der Alltag in den Kasernen seien
„angesichts von Drill, sexuellen Übergriffen und rechtsradikalen
Vorkommnissen jugendgerecht“. 2018 hatte die Bundeswehr 1679
Soldatinnen und Soldaten eingestellt, die bei Dienstantritt noch
nicht volljährig waren.

Der verteidigungspolitische Sprecher der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Henning Otte, verteidigte dagegen die
Nachwuchswerbung. Otte erklärte gegenüber der „NOZ“: „Angesichts der
veränderten Sicherheitslage ist es noch wichtiger, das richtige
Personal in ausreichender Zahl für die Bundeswehr zu gewinnen.“ Dazu
gehöre auch die Anwerbung junger Leute: „Das gilt gerade in Zeiten
der Freiwilligenarmee Bundeswehr.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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