NOZ: Kinderrechtsaktivisten geraten weltweit zunehmend unter Druck

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Kinderrechtsaktivisten geraten weltweit
zunehmend unter Druck

Terre des Hommes: „In immer mehr Projektländern hetzen Regierungen
gegen Menschenrechtler und machen vor Kindern nicht halt“

Osnabrück. Anlässlich des 70. Jahrestags der
UN-Menschenrechtserklärung beklagt das Kinderhilfswerk Terre des
Hommes zunehmende Angriffe gegen Kinder und Jugendliche, die sich für
ihre Rechte einsetzen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte
TdH-Vorstandssprecher Albert Recknagel: „Wir erleben in immer mehr
Projektländern, wie Regierungen gegen Menschenrechtler hetzen und
auch vor Kindern nicht haltmachen.“ Besorgniserregend sei die
Entwicklung vor allem „in den Projektländern Nicaragua, Brasilien,
Kolumbien, Myanmar, den Philippinen, Indien und Kambodscha“. Das
Muster sei immer dasselbe: „Zunächst schüchtern Politiker ein und
bezeichnen Kinderrechtler als Kriminelle, als Drogendealer, als
Banditen. Dieser Verleumdung folgen dann konkrete Drohungen.“ Auch
würden die Spielräume für TdH-Mitarbeiter vor Ort in den betreffenden
Ländern enger, beispielsweise durch bürokratische Schikanen.

Terre des Hommes unterstützt weltweit Kinder, die sich gegen
Gewalt und Ausbeutung wehren. Sie protestieren zum Beispiel gegen die
Prügelstrafe in Schulen oder gründen Jugendclubs, um der Gewalt
krimineller Banden etwas entgegenzusetzen. „Regierungen haben die
Pflicht, Kinder zu schützen, die sich für ihre Rechte engagieren. Die
Kinder erleben aber häufig, dass Erwachsene sie nicht ernst nehmen,
sie lächerlich machen oder gewalttätig werden“, sagte Recknagel. Das
betreffe „vor allem, aber längst nicht nur Länder mit autoritären
Regierungen, in denen demokratische Freiheitsrechte unterdrückt und
die Handlungsmöglichkeiten von Nichtregierungsorganisationen
systematisch eingeschränkt werden“.

Erst kürzlich hatte TdH zwei junge Frauen in Nicaragua außer
Landes in Sicherheit bringen müssen, die sich friedlich für Rede- und
Versammlungsfreiheit eingesetzt hatten. Auch in Brasilien droht sich
die Lage nach Angaben von TdH zuzuspitzen. „Die Äußerungen des
designierten Präsidenten Jair Bolsonaro, das Kinderschutzgesetz des
Landes tauge nur, um Vagabunden und Banditen zu schützen, man solle
es durchreißen und die Toilette hinunter spülen, bedeuten für die
Zukunft sicher nichts Gutes“, sagte Recknagel der „NOZ“.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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