NOZ: PIK-Forscher: Klimaschutzpaket darf kein „zahnloser Tiger“ werden

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PIK-Forscher: Klimaschutzpaket darf kein
„zahnloser Tiger“ werden Klimaexperte Pahle hält CO2-Bepreisung für
„entscheidend“ – „Die Welt schaut auf uns“ Osnabrück. Vor den letzten
Verhandlungen der Bundesregierung über ein Klimaschutzpaket hat
Klimaexperte Michael Pahle vor einer Mogelpackung gewarnt. „Die
Bepreisung von CO2 ist der entscheidende Hebel, um den
Klimagasausstoß wirklich zu senken. Dass sich die Große Koalition auf
ein hinreichend konkretes Modell einigt, ist noch nicht zu erkennen“,
sagte der Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
(PIK) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Notwendig sei ein System mit
einem Mindest- und einem Höchstpreis pro Tonne CO2 und klare
Mechanismen für den Fall, dass die Obergrenze überschritten werde.
„Wenn der Höchstpreis greift und sich die Generierung für zusätzliche
CO2-Zertifikate auf das Pflanzen von Bäumen beschränkt, würde das
Ganze zum zahnlosen Tiger“, warnte Pahle, Co-Autor eines
Sondergutachtens für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Die
Regierung darf sich nicht in Einzelmaßnahmen verfransen. Höhere
Prämien für den Kauf von Elektroautos, eine Abwrackprämie für
Ölheizungen oder Aufforstungen können die Einführung eines
CO2-Preises sinnvoll flankieren, aber nicht ersetzen“, so Pahle
weiter. „Ein Klimaschutzpaket, das unter dem Strich niemanden etwas
kosten würde, kann nicht wirken.“ Es müsse gelingen, einen
gesellschaftlichen Konsens herzustellen, sagte der Wissenschaftler.
„SUV-Bashing und Flug-Scham sind Wörter der Stunde, helfen aber auch
nicht weiter.“ Der Experte betonte Deutschlands internationale
Verantwortung. „Deutschland ist aktuell kein Vorreiter mehr beim
Klimaschutz. Dennoch gilt: Die Welt schaut auf uns“, sagte er. „Wenn
es gelingt, eine Politik umzusetzen, die CO2 umfassend und
kostengünstig vermeidet und dafür einen klaren langfristigen Plan
verfolgt, dann können andere Länder daraus etwas lernen. Dann kann
von Berlin eine Signalwirkung ausgehen, dann wird es Nachahmer geben.
Deswegen ist es so wichtig, dass das Klimapaket nicht in den Sand
gesetzt wird.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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