Pal Dragos: Soziale Gerechtigkeit – Worthülsen der etablierten Politik

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In unserer späten Postmoderne werden zentrale Begriffe der Politik – und das wird immer mehr Menschen deutlich – zu Begriffshülsen verunstaltet und reduziert. Dazu gehört auch der Begriff der „sozialen Gerechtigkeit“. Dabei bedient sich die Politik dieser Worthülsen wie ein Zauberkünstler, der „Abrakadabra“ sagt, bevor er seine Überraschung aus dem Zylinder zaubert.

Gerechtigkeit hat etwas mit Recht und damit mit dessen bedeutendster Form, dem Verfassungsrecht, zu tun. In welchem Verhältnis steht jedoch das „Soziale“ dazu?

In der Tradition waren es die kulturellen Gepflogenheiten und die Religion, die für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft Sorge trugen. Seit der Postmoderne erodiert dieser Zusammenhalt jedoch zunehmend. Es tritt eine Isolation des Individuums an seine Stelle.

Allein mit statistischen Erfassungen und Berechnungen von Gehältern und Vermögen kann man dem sozialen Anspruch kaum gerecht werden. Sie sind nicht selten Ausdruck von Neidkomplexen oder Instrumente der Macht bei politischen Auseinandersetzungen.

Ein „Netzwerk der Empfindungsfähigkeit“ müsste an die Stelle der Tradition treten, um das Soziale in Gemeinschaften mit Selbstgestaltung zu verlebendigen. Soziale Gerechtigkeit erschöpft sich nicht in der Verhärtung der Sachzwänge, sie bedarf ihrer lebendigen Erneuerung in der Lebenspraxis, die man allerdings nicht mit einer politischen Rede herbeizaubern kann.

Zum Thema der Kritik an der etablierten Politik lesen Sie bitte auch vom selben Autor: „Die Sackgasse der „Gutmenschen“, Egoismus und Gutmenschentum der etablierten Parteien“, Pressemitteilung vom 5.6.12 Weitere kostenfreie Informationen unter www.wachstumstrend.de.

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