Rheinische Post: Boni sind gut für den Steuerzahler

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Es wirkt wie ein Relikt aus vergangenen Tagen,
wenn wieder über Bonuszahlungen bei einer Bank gesprochen wird. Sind
wir nicht im Aufschwung? Ist die Finanzkrise nicht längst passé? Ist
sie in der Tat – zumindest in den Chefetagen der Finanzinstitute.
Auch in der vom Steuerzahler vor dem Bankrott geretteten Commerzbank
ist der Geschäftsalltag zurückgekehrt, der Handel mit Zertifikaten,
Derivaten und Fonds floriert wieder. Und damit wird auch die Suche
nach den besten Fondsmanagern zur Priorität der klugen
Geschäftspolitik. Die Empörung darüber, dass eine teilweise
verstaatlichte Privatbank Erfolgsprämien an leitende Mitarbeiter
zahlt, obwohl der Steuerzahler bisher noch keinen Cent Zinsen für
seine Rettungsgelder bekommen hat (geschweige denn eine Rückzahlung),
ist aber nur vordergründig nachvollziehbar. Die Sonderzahlungen sind
nicht nur erlaubt, sondern auch im Interesse des Steuerzahlers. Die
Argumentation für die Krisenintervention war ja, dass die Privatbank
schnell wieder auf die Beine kommen soll und sie die Hilfen als
Marktteilnehmerin sobald wie möglich mit Zinsen zurückzahlen kann. Im
Wettbewerb mit der nicht vom Staat gepäppelten Deutschen Bank droht
aber das Hintertreffen, wenn die Commerzbank nicht gutes Personal mit
Prämien locken kann. So weh es tut – die Boni sind gut für uns.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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