Rheinische Post: Der Rest der Ukraine Kommentar Von Doris Heimann

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Die neu gewählte Werchowna Rada, das
ukrainische Parlament, wird nur noch einen Rumpfteil des Landes
repräsentieren. 27 der 450 Abgeordnetensessel bleiben leer – die der
Parlamentarier von der Krim und aus dem Osten des Landes. Diese Teile
werden sich in Zukunft anders entwickeln als der Rest der Ukraine.
Die Entscheidungen in Kiew haben keinen Einfluss mehr auf sie. Damit
hat Wladimir Putin Fakten geschaffen. Die Ukraine als territorial
einheitlicher Staat ist zerstört. Ihre einstigen Bestandteile werden
auseinanderdriften. Und im Osten ist ein „frozen conflict“
entstanden, den Moskau jederzeit wieder aufleben lassen kann, um das
Land zu destabilisieren. Angesichts dieser Probleme ist es ein
kleines Wunder, dass sich bei dieser Wahl das gemäßigte
Regierungslager durchsetzen konnte. Allen Unkenrufen zum Trotz ist es
den nationalistischen Populisten nicht gelungen, größere
Wählergruppen für sich zu gewinnen. Damit haben die ukrainischen
Wähler gezeigt, dass sie für eine Politik des Ausgleichs sind.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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