Rheinische Post: Kommentar: Es mangelt an Solidarität

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Wie unter einem Brennglas macht der Streit um
den Migrationspakt der Vereinten Nationen deutlich, welch absurde
Züge mittlerweile die Debatte um das Thema Zuwanderung in der
Öffentlichkeit angenommen hat. Bereits im vergangenen Juli hatten 192
UN-Mitgliedsstaaten ein Papier beschlossen, das zum Ziel hat,
Migration in der Welt so gut es geht zu ordnen und zu koordinieren.
Wer will dagegen etwas sagen? Denn spätestens seit Ende 2015 muss
doch jedem klar sein, dass es selbst binnen kurzer Zeit zu großen
Migrationsbewegungen kommen kann. Darauf vorbereitet zu sein, kann
nur von Vorteil sein. Weil aber seit Juli schon wieder einzelne
Länder aus dem Pakt ausgestiegen sind und US-Präsident Trump von
vornherein seine Beteiligung verweigert hatte, fühlten sich rechte
Gruppen und Verschwörungstheoretiker in ihren wirren Behauptungen
über den Pakt bestätigt. Dass führende Köpfe bei der Union angesichts
dieser Falschinformationen alarmiert sind, dabei aber den Pakt an
sich kritisieren, lässt tief blicken. Es offenbart, dass es um die
Solidarität beim Thema Zuwanderung gerade auch unter westlichen
Demokratien sehr schlecht bestellt ist. Dabei bringt der UN-Beschluss
doch gute Impulse. Mehr Verbindlichkeit ist nötig!

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