Rheinische Post: Kommentar / Hausärzte entlasten = VON JÖRG ISRINGHAUS

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Hausärzte kämpfen heute an mehreren Fronten
zugleich: um das Wohl der Patienten, darum, die Kassen
zufriedenzustellen, und am Ende will auch die eigene Familie
berücksichtigt sein. Es ist ein Kampf, der Einsatz, Genauigkeit und
Verantwortungsgefühl verlangt, ein Kampf vielleicht auch, bei dem
Kollateralschäden oft nicht zu vermeiden sind – im Zweifel treffen
sie die Ärzte selbst, weil viele den Beruf als Berufung begreifen.
Und ihm alles unterordnen. Der Hausarzt ist aber häufig die erste
Anlaufstelle für Kranke und damit eine wichtige Säule unseres
Gesundheitssystems. Ihn zu entlasten, etwa durch eine effizientere
Bürokratie, käme also allen Versicherten zugute. Einer Studie zufolge
wenden alle rund 164.000 Praxen in Deutschland, Fachärzte und
Psychotherapeuten eingerechnet, rund 54 Millionen Stunden für
administrative Arbeiten auf. Auf die einzelne Praxis gerechnet,
kommen so 60 Arbeitstage pro Praxis zusammen. Würde man diesen
Aufwand reduzieren, würden nicht nur die Mediziner, sondern auch die
Patienten davon profitieren: Weil der Arzt erstens entspannter wäre,
und zweitens mehr Zeit für sie hätte.

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