Rheinische Post: Kommentar / Jugendfalle Salafismus = Von Thomas Reisener

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Innenminister Ralf Jäger feiert sein neues
Projekt „Wegweiser“, das den Einstieg junger Menschen in die
gewaltbereite Salafisten-Szene verhindern soll, schon nach sechs
Monaten als Erfolg. Begründung: Es wenden sich pro Woche 40
ratsuchende Jugendliche, Angehörige und Lehrer an die beratenden
Sozialarbeiter. Immerhin. Aber reicht das schon, um sich auf die
Schulter zu klopfen? Man kann den erfreulichen Andrang in den neuen
Beratungsstellen ja auch ganz anders interpretieren: Offenbar gab es
an den Schulen, bei Jugendämtern und anderen mit dem Thema befassten
staatlichen Stellen bislang ein Beratungsdefizit. Und das hat seinen
Grund: Das Land braucht dringend eine Gesamtstrategie für das
koordinierte Vorgehen von Polizei, Jugendbetreuern, Schulen,
Verfassungsschutz, Sozial- und Jugendämtern gegen das Phänomen
„Jugendfalle Salafismus“. Sie liegt bis heute nicht vor. Erst ein
solches gemeinsames Vorgehen wäre eine politische Leistung, die
Beifall verdiente. Einzelmaßnahmen wie das Beratungsprojekt
„Wegweiser“ gehören zum Routinegeschäft eines Ministers.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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