Rheinische Post: Kommentar / Politik muss den Weg für Bürgertickets ebnen = Von Jörg Isringhaus

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Darüber, dass es mit dem Verkehr in den Städten
auf Dauer so nicht weitergehen kann, herrscht weitgehend Einigkeit.
Verstopfte Straßen, schlechte Luft, zu hohe Lärmbelastung, alles das
geht zu Lasten der Lebensqualität. Aber wie sich diese längst fällige
Verkehrswende realisieren lässt, dazu gibt es bisher keine griffigen
Konzepte. Luftreinhaltepläne sollen Fahrverbote verhindern, der
Ausbau der E-Mobilität Emissionen minimieren.

Nur: Das dauert alles viel zu lange. Also müssen radikalere
Lösungen her. Ein solidarisches Bürgerticket für den ÖPNV könnte
einer von vielen Wegen sein, die es zu testen gilt. Argumente wie das
einer Zwangsabgabe, von der nicht alle profitieren, oder von schlecht
ausgebauten Busnetzen gilt es zunächst beiseite zu schieben. Komplexe
Probleme, und darum geht es hier, lassen sich nur gemeinsam lösen,
siehe etwa das Rentensystem oder die Krankenversicherung. Warum nicht
auch der Nahverkehr? Deshalb müssen Modellversuche her, zum Beispiel
in Wuppertal, und zwar schnell. Erst dann lassen sich tatsächliche
Effekte beurteilen. Den Weg dafür muss die Politik freimachen, indem
sie die gesetzlichen Grundlagen schafft. Sonst ist der Preis, den wir
alle zahlen müssen, weitaus höher als das, was uns ein Bürgerticket
kosten würde.

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